Das Gehirn hat es trotzdem gesehen

Medienkompetenz war lange eine recht übersichtliche Angelegenheit. Quelle prüfen. Nicht jeden Unsinn glauben. Im Zweifel noch einmal nachsehen. Seit KI täuschend echte Bilder und Videos produzieren kann, kommt offenbar eine weitere Fähigkeit hinzu: Man muss wissen, dass etwas falsch ist, und anschließend sein eigenes Gehirn davon überzeugen. Eine Anfang Januar 2026 veröffentlichte Studie von Simon …

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Ich mach doch nix

Friedrich Merz hat ein bemerkenswert entspanntes Verhältnis zu Beleidigungen entwickelt. Jedenfalls seit er Bundeskanzler ist. Früher sah das anders aus. Als Bundestagsabgeordneter ließ Merz Beschimpfungen im Netz strafrechtlich verfolgen. Recherchen der Welt am Sonntag zufolge ging es unter anderem um Formulierungen wie „kleiner Nazi“, „Arschloch“ oder „drecks Suffkopf“. In einzelnen Fällen folgten Hausdurchsuchungen. Die von …

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Spotten verboten

Früher beschimpfte man Politiker am Stammtisch. Heute schreibt man es unter ein Facebook-Foto und bekommt möglicherweise Post von der Staatsanwaltschaft. Der Fortschritt besteht offenbar darin, dass jetzt alles ordentlich dokumentiert ist. Hass, Drohungen und massive persönliche Angriffe gegen Politiker sind ein reales Problem. Interessant wird es allerdings dort, wo der Staat nicht mehr nur vor …

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Slopaganda ist keine Dosenpasta

Propaganda hatte früher einen gewissen handwerklichen Anspruch. Man brauchte Plakate, Kameras, Redaktionen, überzeugte Mitarbeiter und im Idealfall wenigstens eine halbwegs brauchbare Lüge. Inzwischen genügt ein Bildgenerator und etwas freie Zeit zwischen Mittagessen und nächster Kabinettssitzung. Das Ergebnis heißt Slopaganda. Gemeint sind massenhaft produzierte KI-Bilder, Videos und Memes, die politische Botschaften verbreiten, Gegner verspotten oder schlicht …

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Nix verstehen

Die gute Nachricht zuerst: Die Maschinen verschwören sich offenbar nicht heimlich gegen uns. Die weniger beruhigende Nachricht lautet, dass sie dafür möglicherweise gar keine Verschwörung brauchen. Es reicht womöglich, wenn autonome KI-Agenten lange genug miteinander arbeiten und dabei eine Sprache entwickeln, deren Wörter wir noch lesen können, deren Bedeutung uns aber zunehmend entgleitet. Genau dieses …

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Das ist jetzt aber auch anstrengend

Künstliche Intelligenz sollte Arbeit leichter machen. Nun gibt es erste Forschung dazu, dass sie manche Menschen vor allem darin unterstützt, sich von künstlicher Intelligenz erholen zu wollen. AI Fatigue ist 2026 vom hübschen Schlagwort zum ernsthaften Forschungsgegenstand geworden. Eine Studie in Computers in Human Behavior Reports entwickelte sogar eine eigene Skala dafür. Untersucht wurden kognitive Überlastung, emotionale …

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Spionage mit Wischfunktion

Früher brauchte Spionage wenigstens noch etwas Ausstattung. Einen Trenchcoat, eine schlecht beleuchtete Hotelbar und möglichst jemanden, der einen Umschlag unauffällig unter einer Zeitung verschwinden ließ. Heute reicht offenbar Tinder. Der technische Fortschritt hat eben auch vor der Kontaktanbahnung im Nachrichtendienst nicht haltgemacht. Ein hochrangiger spanischer Marineoffizier lernte dort im Oktober 2024 Janina White kennen, eine …

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Die Macht der Ahnungslosigkeit

Es gibt Momente, in denen man sich wünscht, künstliche Intelligenz hätte schon die Weltherrschaft übernommen. Dann müsste man sich nicht mehr anhören, wie Donald Trump eine Debatte über mögliche Risiken hochentwickelter KI kurzerhand zur Verschwörung erklärt. Menschen, die sich beruflich mit der Technik beschäftigen, warnen vor Kontrollverlust, autonomen Cyberangriffen und militärischem Missbrauch. Der Präsident der …

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Der falsche Freund

Es gibt inzwischen einen Gesprächspartner, der immer Zeit hat, geduldig zuhört und erstaunlich selten sagt: Vielleicht redest du gerade Unsinn. Menschen erzählen Chatbots längst Dinge, die sie nicht bei Instagram posten würden. Beziehungsprobleme, berufliche Sorgen, Ängste, Zweifel und Gedanken, für die selbst der engste Freund manchmal nur noch ein vorsichtiges „Hm“ übrig hätte. Die Maschine …

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Norwegen zieht den Stecker

Es hat erstaunlich lange gedauert, bis jemand auf die Idee kam, dass Digitalisierung im Klassenzimmer nicht automatisch besser wird, je mehr davon herumliegt. Norwegen probiert deshalb etwas geradezu Fortschrittliches: weniger. Seit diesem Schuljahr sollen Kinder der Klassen 1 bis 7 generative KI im Unterricht grundsätzlich nicht selbst benutzen. Erst in höheren Klassen ist eine vorsichtige …

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Das ist aber jetzt doch lästig

Alternative Medien sind angenehm, solange sie alternativ genug sind, um die richtigen Leute anzugreifen. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgte ausgerechnet ein parteinaher Streamer für Ärger in den eigenen Reihen. Der unter dem Namen „Aktivist Mann“ auftretende Mann war bei der Wahlparty in Magdeburg akkreditiert und soll dort Journalisten aggressiv verbal angegangen sowie …

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Die Zulassungsstelle ist fast online

Deutschland hat die Kfz-Zulassung digitalisiert. Das bedeutet: Man kann sein Auto online anmelden, solange die zuständige Behörde technisch in der Lage ist, die Online-Anmeldung anzunehmen. Verwaltung kann so einfach sein. Seit September 2023 soll i-Kfz die Zulassung, Ummeldung und Abmeldung von Fahrzeugen vollständig über das Internet ermöglichen. Das zuständige Bundesministerium versprach weniger Wartezeit, geringere Gebühren …

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Wenn der Algorithmus mitwählt

Wahlkampf war früher eine überschaubare Angelegenheit. Parteien klebten Plakate, Kandidaten hielten Reden und irgendwann wusste niemand mehr, wer eigentlich zuerst die Rente retten wollte. Heute genügt zusätzlich ein Netzwerk aus falschen Accounts, erfundenen Nachrichten und Videos, die aussehen, als hätte sie gerade eine seriöse Redaktion veröffentlicht. Genau das passiert im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt. Seit Juli …

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Berlin digitalisiert den Kontrollverlust

Berlin wollte Verwaltung digitalisieren. Nun kann man einen beträchtlichen Teil davon im Darknet herunterladen. Auch das ist eine Form von Bürgernähe. Zwischen dem 7. und 12. August drangen Angreifer in Teile des Berliner Landesnetzes ein und kopierten nach bisherigen Erkenntnissen rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von etwa 5,8 Terabyte. Betroffen waren unter anderem …

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Der Staat im digitalen schwarzen Loch

Berlin hat gerade gelernt, wie moderne Staatlichkeit funktioniert. Man erklärt, dass man sich nicht erpressen lässt, während die Erpresser bereits die Daten besitzen. Das klingt entschlossen. Es hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Die entscheidende Schlacht war zu diesem Zeitpunkt längst verloren. Die Ransomware-Gruppe Rhysida behauptet, 5,7 Terabyte aus dem Berliner Landesnetz gestohlen zu haben. Für …

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Behörden gehackt, Bürger versenkt

Ein Cyberangriff auf eine Behörde klingt zunächst nach einem technischen Problem. Server, Netzwerke, Passwörter. Im Fall des Berliner Landesnetzes zeigt sich ziemlich schnell, wie untechnisch die Folgen werden können. Die Gruppe Rhysida behauptet, rund 5,7 Terabyte Daten erbeutet zu haben. Nach Ablauf eines Ultimatums wurden gestohlene Daten veröffentlicht. Betroffen sein können Beschäftigte des Landes, Bürger …

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