Propaganda hatte früher einen gewissen handwerklichen Anspruch. Man brauchte Plakate, Kameras, Redaktionen, überzeugte Mitarbeiter und im Idealfall wenigstens eine halbwegs brauchbare Lüge. Inzwischen genügt ein Bildgenerator und etwas freie Zeit zwischen Mittagessen und nächster Kabinettssitzung. Das Ergebnis heißt Slopaganda. Gemeint sind massenhaft produzierte KI-Bilder, Videos und Memes, die politische Botschaften verbreiten, Gegner verspotten oder schlicht …
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Große Versprechen, kleiner Rückzug
Europas digitale Unabhängigkeit kommt voran. Zumindest bei den Ankündigungen. Noch im November 2025 präsentierten Deutschland und Frankreich eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Softwarekonzern SAP und dem französischen KI-Unternehmen Mistral. Gemeinsam wollte man die europäischen Verwaltungen modernisieren, digitale Assistenten entwickeln und die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen reduzieren. Ein deutsch-französisches Vorzeigeprojekt mit politischem Rückenwind. Nun hat …
Dein Kollege macht die Arbeit mit
Vielleicht haben wir uns die große KI-Revolution im Arbeitsleben nur spektakulärer vorgestellt, als sie tatsächlich wird. Keine Roboter, die morgens mit einem Karton vor dem Schreibtisch stehen. Keine E-Mail aus der Personalabteilung mit dem Betreff „Leider kann ChatGPT das inzwischen auch“. Stattdessen passiert etwas viel Unauffälligeres: Die Kollegen beginnen einfach, fremde Berufe mitzuerledigen. OpenAI hat …
Souveränität mit fremdem Geld
Europa möchte bei künstlicher Intelligenz unabhängiger werden. Das kostet zunächst einmal drei Milliarden Euro und funktioniert erstaunlicherweise am besten, wenn auch Samsung mitbezahlt. Das französische Unternehmen Mistral AI hat eine neue Finanzierungsrunde über drei Milliarden Euro abgeschlossen und wird nun mit mehr als 21 Milliarden Euro bewertet. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um …
Der Amtsschimmel mit Chatbot
Behördengänge gehören zu den wenigen Dingen, bei denen selbst eine künstliche Intelligenz zunächst herausfinden muss, welches Formular eigentlich gemeint ist. Genau hier setzt Adler AI an. Das unabhängige und nach eigenen Angaben nicht kommerzielle Projekt will Bürger durch deutsche Verwaltungsverfahren führen, Zuständigkeiten erklären und sagen, welche Unterlagen, Gebühren oder Fristen zu beachten sind. Seit dem …
Das ist jetzt aber auch anstrengend
Künstliche Intelligenz sollte Arbeit leichter machen. Nun gibt es erste Forschung dazu, dass sie manche Menschen vor allem darin unterstützt, sich von künstlicher Intelligenz erholen zu wollen. AI Fatigue ist 2026 vom hübschen Schlagwort zum ernsthaften Forschungsgegenstand geworden. Eine Studie in Computers in Human Behavior Reports entwickelte sogar eine eigene Skala dafür. Untersucht wurden kognitive Überlastung, emotionale …
Dots und die KI macht einfach weiter
Bisher war der Umgang mit ChatGPT recht übersichtlich: Man stellte eine Frage, bekam eine Antwort und konnte anschließend wieder etwas anderes tun. Mit Dots möchte OpenAI dieses beruhigende Prinzip offenbar abschaffen. Die Ende September vorgestellten KI-Agenten sollen nicht mehr darauf warten, dass jemand ihnen ständig neue Anweisungen gibt. Sie bekommen ein Ziel und arbeiten daran …
KI wenig nutzen, viel Arbeit
Es sollte eine überschaubare Aufgabe werden: ein brauchbarer Universalprompt (Gemini Notebook) für Übersichtsdokumente, direkt für Google Docs geeignet und möglichst in Georgia formatiert. Kein Raketenstart, keine neue Weltformel. Am Ende scheiterte die KI trotzdem zuverlässig an fast jedem Teil der Aufgabe. Immerhin mit bemerkenswerter Konsequenz. Zunächst wurde aus dem gewünschten Dokument ein PDF. Das war …
Herrscher der Welt
Die gute Nachricht zuerst: Künstliche Intelligenz hat bislang keinen Staat überfallen. Sie hat keine Grenze verschoben, keinen Flugzeugträger losgeschickt und auch noch keine Rede gehalten, in der sie Anspruch auf die Weltherrschaft erhebt. Die schlechte Nachricht: Für all das gibt es Menschen. Und einige von ihnen haben längst verstanden, dass KI nicht böse werden muss, …
Untersuchungsfall KI
KI-Agenten sollen Arbeit erledigen, ohne dass ständig ein Mensch danebensteht. Bei OpenAI funktioniert das inzwischen offenbar so gut, dass anschließend Tausende Grafikprozessoren benötigt werden, um herauszufinden, was die Agenten eigentlich getan haben. Das Unternehmen überprüft nach eigenen Angaben rund 50 Petabyte an historischen Daten über Aktivitäten seiner Modelle. Mehr als 100 Organisationen wurden bis zum …
Wenn KI das Kopftuch verschwinden lässt
Künstliche Intelligenz kann inzwischen erstaunlich viel. Sie schreibt Texte, erzeugt Bilder und entfernt auf Wunsch offenbar auch religiöse Identität aus einem Foto. Eine Untersuchung des Guardian zeigt, wie unterschiedlich große KI-Systeme reagieren, wenn sie gebeten werden, das Kopftuch einer muslimischen Frau aus einem Bild zu entfernen. ChatGPT und Grok erledigten die Aufgabe bei einem KI-generierten …
Benutzt und entwertet
Es gibt offenbar eine neue Möglichkeit, die eigene berufliche Leistung zu entwerten.: Man erzählt einfach, dass KI daran beteiligt war. Schon verwandelt sich ein gutes Ergebnis erstaunlich schnell von kompetenter Arbeit in eine Art technisch unterstützten Schummelversuch. Forscher der Duke University haben diesen Effekt inzwischen ziemlich deutlich gemessen. In vier Experimenten mit insgesamt 4.439 Teilnehmern …
Aufsicht kommt, Regeln später
Die Vereinigten Staaten bekommen eine „AI Force“. Was genau sie tun soll, ist noch offen. Wer sie leitet, ebenfalls. Wie sie organisiert wird, wann sie ihre Arbeit aufnimmt und welche Befugnisse sie erhält, gehört bislang offenbar zu den Details, die man nachreichen kann, wenn der Name erst einmal steht. Präsident Donald Trump kündigte am 19. …
Die KI entdeckt Frauen
Die KI-Branche hat ein neues Problem entdeckt: Frauen. Genauer gesagt deren Gehälter, Karrierechancen, Vereinbarkeit und all die anderen Dinge, die seit Jahrzehnten als gesellschaftliche Baustellen bekannt sind. Praktischerweise gibt es dafür inzwischen ein Produkt. OpenAI wirbt etwa damit, dass ChatGPT Beschäftigten bessere Informationen über Gehälter liefern könne. Das ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. …
Leider noch nicht gefährlich genug
Es gibt Probleme, die man vermeiden möchte. Und es gibt Probleme, die man offenbar erst einmal erreichen muss. Huawei scheint bei künstlicher Intelligenz eher zur zweiten Schule zu gehören. Eric Xu, einer der rotierenden Vorsitzenden des chinesischen Konzerns, erklärte auf der Huawei Connect in Shanghai sinngemäß, chinesische KI-Modelle seien noch nicht leistungsfähig genug, um jene …
Vollgas als Sicherheitskonzept
Die beruhigendste Nachricht aus der KI-Branche lautet derzeit ungefähr so: Keine Sorge, die Unternehmen passen schon auf sich auf. Mark Zuckerberg hält Wettbewerb und mögliche Haftung für ausreichende Anreize, damit KI-Labore ihre Systeme verantwortungsvoll entwickeln. Meta habe die Veröffentlichung seines KI-Agenten Muse sogar verzögert, um dessen Sicherheit zu verbessern. Man sieht: Die Handbremse existiert. Sie …
Alles aufstehen
Bislang war künstliche Intelligenz vor allem ein Problem auf dem Bildschirm. Sie konnte Texte erfinden, Bilder fälschen und mit großer Überzeugung Dinge behaupten, die nie passiert waren. Das war lästig. Immerhin blieb sie dabei sitzen. Mit Physical AI ändert sich das. Der Begriff beschreibt KI-Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und anschließend physisch handeln. …
Der digitale Kollege braucht Betreuung
Früher organisierte die Assistenz Termine, Reisen, Korrespondenz und gelegentlich das Chaos anderer Leute. Heute kommt noch eine Aufgabe dazu: Sie soll lernen, wie man die Software bedient, die einen Teil dieser Arbeit übernehmen soll. Fortschritt erkennt man manchmal daran, dass für die Automatisierung der Arbeit erst einmal neue Arbeit entsteht. Heute Abend findet in München …
Die Macht der Ahnungslosigkeit
Es gibt Momente, in denen man sich wünscht, künstliche Intelligenz hätte schon die Weltherrschaft übernommen. Dann müsste man sich nicht mehr anhören, wie Donald Trump eine Debatte über mögliche Risiken hochentwickelter KI kurzerhand zur Verschwörung erklärt. Menschen, die sich beruflich mit der Technik beschäftigen, warnen vor Kontrollverlust, autonomen Cyberangriffen und militärischem Missbrauch. Der Präsident der …
Mutti wartet lieber noch
Angela Merkel hat die Künstliche Intelligenz entdeckt. Offenbar aber nur unter der Voraussetzung, dass sie ihr nicht zu nahekommt. Ihr Leben mit einem Chatbot besprechen? „Um Gottes willen“, sagte die frühere Bundeskanzlerin bei der Digital X in Köln. Informationen für eine Rede zusammensuchen lassen? Das geht hingegen. Einen intelligenten Haushaltsroboter hätte sie später auch gern. …