Twitter ist tot. Vor Gericht lebt es weiter

Twitter heißt seit drei Jahren X. Der blaue Vogel wurde entsorgt, Tweets wurden zu Posts und Elon Musk erklärte seinerzeit ziemlich unmissverständlich, man werde sich von der Twitter-Marke und nach und nach auch von allen Vögeln verabschieden. Nun zeigt sich: Abschiednehmen ist leicht. Loslassen offenbar schwieriger. Das Unternehmen Operation Bluebird wollte ausgerechnet dort weitermachen, wo …

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Kinderschutz für 18 Milliarden

Meta hat den Kinderschutz entdeckt. Es brauchte dafür nur jahrelange Kritik, Klagen amerikanischer Bundesstaaten und einen Vergleich, der bis zu 18 Milliarden Dollar kosten kann. Manche pädagogischen Erkenntnisse brauchen offenbar einen gewissen finanziellen Nachdruck. Ende August einigte sich der Konzern im Streit um die Auswirkungen von Facebook und Instagram auf Minderjährige auf weitreichende Änderungen. Jugendliche …

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Das Rezept für 820 Kilo Haschisch

Es gibt Influencer, die verkaufen Proteinpulver, Kosmetik oder den Eindruck, ihr Leben bestehe hauptsächlich aus Sonnenuntergängen. Georges Dib verkaufte Süßigkeiten. Die libanesische Justiz wirft ihm allerdings vor, dass seine Produkte gelegentlich über eine bemerkenswert reichhaltige Zutatenliste verfügten. Dib, auf TikTok als „Dr Food“ bekannt und dort von mehr als acht Millionen Menschen verfolgt, wurde am …

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Erst benutzen, dann fragen

Meta hat im Juli eine bemerkenswerte Vorstellung davon geliefert, was Zustimmung im Zeitalter künstlicher Intelligenz bedeuten kann. Mit dem neuen Bildgenerator Muse Image konnten Instagram-Nutzer öffentliche Accounts erwähnen und deren Fotos als Ausgangsmaterial für KI-generierte Bilder verwenden. Wer sein Profil öffentlich gestellt hatte, durfte damit gewissermaßen auch als unfreiwilliger Rohstofflieferant für fremde Kreativität dienen. Informiert …

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Das Fitnessstudio als Filmset

Ein Fitnessstudio ist eigentlich ein überschaubarer Ort. Menschen gehen hin, trainieren, schwitzen und versuchen dabei möglichst wenig darüber nachzudenken, wie sie aussehen. Dann kamen Influencer. Die Fitness-Influencerin Edda Pilz bekam im Juli Ärger mit der Kette John Reed und durfte dort schließlich nicht mehr trainieren. Nach Darstellung des Unternehmens war das kein spontaner Rauswurf, sondern …

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Traumjob mit Nebenwirkungen

Influencer zu sein gilt als Traumjob, bis der Traumjob verlangt, dass man regelmäßig arbeitet. Dann beginnt erstaunlich schnell die Debatte über Leistungsdruck, Burnout und die brutale Zumutung, auch an einem Dienstag etwas veröffentlichen zu müssen. Ganz erfunden ist das Problem nicht. Wer von Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube lebt, hängt von Reichweite ab, und …

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Die Schattenseite der Reichweite

Das Geschäftsmodell Influencer beruht auf Nähe. Man spricht nicht zu einem Publikum, sondern angeblich mit Freunden. Man nimmt sie mit ins Schlafzimmer, an den Frühstückstisch und durch den eigenen Alltag. Problematisch wird dieses Prinzip spätestens dann, wenn ein beträchtlicher Teil dieser Freunde noch zur Schule geht. Der Fall des britisch-polnischen YouTubers Stuart K.-B., bekannt als …

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Kolonialismus für Klicks

Es gibt auf diesem Planeten tatsächlich noch Menschen, die nicht gefilmt werden möchten. Für die moderne Creator Economy ist das offenbar weniger ein Wunsch als eine Herausforderung. Der US-Amerikaner Mykhailo Polyakov fuhr im März 2025 mit einem Schlauchboot nach North Sentinel Island, obwohl die indischen Behörden den Kontakt zu den dort lebenden Sentinelesen ausdrücklich verbieten. …

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Geschäftsmodell Nichtskönnen

Früher musste man für öffentliche Aufmerksamkeit wenigstens irgendetwas vorweisen. Man konnte singen, schauspielern, einen Roman schreiben, einen Weltrekord laufen oder notfalls einen Wetterbericht moderieren. Heute genügt eine erstaunlich konsequente Anwesenheit. Millionen Menschen verfolgen auf Instagram, TikTok oder YouTube, wie andere Menschen frühstücken, einkaufen, Beziehungen beginnen, Beziehungen beenden, schwanger werden, sich trennen, umziehen oder darüber berichten, …

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