Schlendern Richtung Zukunft

Ja, ich schreibe über Zukunft. Das klingt zunächst größer, als es ist. Meistens beginnt Zukunft nämlich ziemlich unspektakulär: mit einer neuen Software im Büro, einem Algorithmus auf dem Smartphone, einem Roboter auf irgendeiner Messe oder einer künstlichen Intelligenz, die plötzlich Dinge erledigt, für die gestern noch ein Mensch zuständig war.

Auf georgschneider.de beschäftige ich mich mit Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, dem Leben im Netz, Veränderungen der Arbeitswelt und anderen Entwicklungen, die gerade dabei sind, aus Zukunft Gegenwart zu machen. Nicht als Nachrichtendienst. Davon gibt es genügend. Und meistens wissen andere ohnehin schneller, welcher Konzern gerade welches Modell veröffentlicht, welcher Milliardär den Mars besiedeln möchte und welche Plattform uns als Nächstes das Leben erleichtern will.

Mich interessiert eher, was danach kommt.

Was verändert sich tatsächlich? Was sagt eine technische Entwicklung über uns aus? Welche Versprechen halten länger als eine Pressemitteilung? Und wann merken wir eigentlich, dass etwas, das gestern noch futuristisch klang, längst in unserem Alltag herumsteht?

Dieses Autorenjournal ist deshalb für mich eine Art feuilletonistisches Schlendern durch die Gegenwart in Richtung Zukunft. Ich greife Entwicklungen auf, die mich interessieren, denke darüber nach, widerspreche gelegentlich und komme manchmal zu einem anderen Ergebnis als diejenigen, die gerade erklären, warum die nächste technische Revolution nun wirklich unmittelbar bevorsteht.

Aktualität ist dabei kein Selbstzweck. Ein Thema kann gestern passiert sein oder fünf Jahre zurückliegen. Entscheidend ist nicht, wann etwas veröffentlicht wurde, sondern ob darin noch ein Gedanke steckt, der mich beschäftigt.

georgschneider.de ist damit auch ein öffentliches Archiv meiner eigenen Auseinandersetzung mit dieser Gegenwart. Ohne kommerziellen Auftrag, ohne Nachrichtentakt und ohne den Ehrgeiz, mit Journalismus zu konkurrieren. Ich schreibe, weil ich beobachten, einordnen und Haltung zeigen möchte.

Vielleicht ist das am Ende sogar die angenehmste Art, sich mit Zukunft zu beschäftigen: nicht ihr hinterherzurennen, sondern ihr beim Näherkommen zuzusehen.