Wenn der Chef keinen Namen mehr hat

Früher brauchte man für schlechte Personalführung wenigstens noch einen Vorgesetzten. Heute reicht dafür zunehmend Software. Sie verteilt Aufträge, legt Schichten fest, misst Geschwindigkeit, bewertet Leistung und entscheidet im Zweifel mit darüber, wer am Monatsende wie viel verdient. Das nennt sich algorithmisches Management und klingt erheblich freundlicher als „Der Computer sagt, du warst zu langsam“. Besonders …

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Der schwierige Kunde ist eine Maschine

Wer bei der Unternehmensberatung McKinsey Karriere machen möchte, muss künftig möglicherweise erst einen Bürgermeister überzeugen. Der sitzt allerdings in keinem Rathaus, wurde von niemandem gewählt und hat auch keine Bürger zu vertreten. Er existiert ausschließlich als künstliche Intelligenz. Immerhin dürfte er für einen Gesprächstermin jederzeit verfügbar sein. McKinsey erprobt in Nordamerika ein neues Auswahlverfahren für …

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Falsch abgebogen

Die künstliche Intelligenz hat einen bemerkenswerten Vorteil: Man kann mit ihr Mitarbeiter entlassen, bevor sie überhaupt bewiesen hat, dass sie deren Arbeit vollständig übernehmen kann. Das spart zunächst Geld und erzeugt schöne Präsentationen. Schwieriger wird es erst, wenn jemand die Arbeit anschließend tatsächlich erledigen soll. Gartner erwartet, dass bis 2029 rund 30 Prozent der Beschäftigten, …

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Nix verstehen

Die gute Nachricht zuerst: Die Maschinen verschwören sich offenbar nicht heimlich gegen uns. Die weniger beruhigende Nachricht lautet, dass sie dafür möglicherweise gar keine Verschwörung brauchen. Es reicht womöglich, wenn autonome KI-Agenten lange genug miteinander arbeiten und dabei eine Sprache entwickeln, deren Wörter wir noch lesen können, deren Bedeutung uns aber zunehmend entgleitet. Genau dieses …

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Dein Kollege macht die Arbeit mit

Vielleicht haben wir uns die große KI-Revolution im Arbeitsleben nur spektakulärer vorgestellt, als sie tatsächlich wird. Keine Roboter, die morgens mit einem Karton vor dem Schreibtisch stehen. Keine E-Mail aus der Personalabteilung mit dem Betreff „Leider kann ChatGPT das inzwischen auch“. Stattdessen passiert etwas viel Unauffälligeres: Die Kollegen beginnen einfach, fremde Berufe mitzuerledigen. OpenAI hat …

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Der Amtsschimmel mit Chatbot

Behördengänge gehören zu den wenigen Dingen, bei denen selbst eine künstliche Intelligenz zunächst herausfinden muss, welches Formular eigentlich gemeint ist. Genau hier setzt Adler AI an. Das unabhängige und nach eigenen Angaben nicht kommerzielle Projekt will Bürger durch deutsche Verwaltungsverfahren führen, Zuständigkeiten erklären und sagen, welche Unterlagen, Gebühren oder Fristen zu beachten sind. Seit dem …

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Das ist jetzt aber auch anstrengend

Künstliche Intelligenz sollte Arbeit leichter machen. Nun gibt es erste Forschung dazu, dass sie manche Menschen vor allem darin unterstützt, sich von künstlicher Intelligenz erholen zu wollen. AI Fatigue ist 2026 vom hübschen Schlagwort zum ernsthaften Forschungsgegenstand geworden. Eine Studie in Computers in Human Behavior Reports entwickelte sogar eine eigene Skala dafür. Untersucht wurden kognitive Überlastung, emotionale …

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Der Zauber der Personaleinsparung

Bei Disney gehört die Verwandlung zum Geschäftsmodell. Neuerdings funktioniert sie auch in der Personalabteilung. Aus mehreren hundert Arbeitsplätzen werden Einsparungen, aus Entlassungen wird eine strategische Neuausrichtung und aus weniger Beschäftigten entsteht angeblich mehr Raum für Wachstum. Die Magie moderner Unternehmensführung benötigt offenbar keinen Zauberstab mehr. Eine Tabellenkalkulation genügt. Der Unterhaltungskonzern streicht erneut mehrere hundert Stellen. …

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Die Revolution wartet auf Freigabe

Die deutsche Arbeitswelt befindet sich mitten in der KI-Revolution. Man muss nur großzügig darüber hinwegsehen, dass 62 Prozent der Beschäftigten bei der Arbeit bislang gar keine KI nutzen. Die dritte Welle der Konstanzer KI-Studie zeichnet jedenfalls ein deutlich ruhigeres Bild als viele Unternehmenspräsentationen, Strategiepapiere und Zukunftskongresse. Im Mai 2026 wurden 1.105 Erwerbstätige befragt. 38 Prozent …

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Benutzt und entwertet

Es gibt offenbar eine neue Möglichkeit, die eigene berufliche Leistung zu entwerten.: Man erzählt einfach, dass KI daran beteiligt war. Schon verwandelt sich ein gutes Ergebnis erstaunlich schnell von kompetenter Arbeit in eine Art technisch unterstützten Schummelversuch. Forscher der Duke University haben diesen Effekt inzwischen ziemlich deutlich gemessen. In vier Experimenten mit insgesamt 4.439 Teilnehmern …

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Die KI entdeckt Frauen

Die KI-Branche hat ein neues Problem entdeckt: Frauen. Genauer gesagt deren Gehälter, Karrierechancen, Vereinbarkeit und all die anderen Dinge, die seit Jahrzehnten als gesellschaftliche Baustellen bekannt sind. Praktischerweise gibt es dafür inzwischen ein Produkt. OpenAI wirbt etwa damit, dass ChatGPT Beschäftigten bessere Informationen über Gehälter liefern könne. Das ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. …

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Gekaufte Zeit

Europa entdeckt gerade eine alte industriepolitische Weisheit wieder: Arbeitsplätze bleiben leichter in Europa, wenn hier auch noch etwas hergestellt wird. Beim Bosch-Gesamtbetriebsrat ist diese Erkenntnis inzwischen so dringlich geworden, dass er verbindlichere Regeln für europäische Produktion fordert. Bosch selbst steckt schließlich mitten im Umbau. Allein im Kerngeschäft mit Automobiltechnik sollen bis zum Ende des Jahrzehnts …

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Der digitale Kollege braucht Betreuung

Früher organisierte die Assistenz Termine, Reisen, Korrespondenz und gelegentlich das Chaos anderer Leute. Heute kommt noch eine Aufgabe dazu: Sie soll lernen, wie man die Software bedient, die einen Teil dieser Arbeit übernehmen soll. Fortschritt erkennt man manchmal daran, dass für die Automatisierung der Arbeit erst einmal neue Arbeit entsteht. Heute Abend findet in München …

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Warum sind noch alle da?

Die Zukunft der Arbeit sieht erstaunlich geschäftig aus. Vor allem für Menschen. Während Unternehmen ihre Lager mit autonomen Gabelstaplern, Transportrobotern, Drohnen und inzwischen sogar humanoiden Maschinen bestücken, müssen die vermeintlich Überflüssigen diese Systeme entwickeln, installieren, warten, überwachen und einsammeln, wenn die Zukunft mal wieder irgendwo zwischen Regal 14 und dem Warenausgang stehen bleibt. Die Zahlen …

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Bitte wieder selber denken

Es ist vermutlich kein gutes Zeichen für die Zukunft des automatisierten Schreibens, wenn ausgerechnet eine KI-Firma ihre Mitarbeiter darum bitten muss, etwas weniger automatisiert zu schreiben. Scott Stevenson, Chef des kanadischen Legal-Tech-Unternehmens Spellbook, hat seinen mehr als 200 Mitarbeitern Regeln für den Umgang mit KI beim Schreiben gegeben. Bei internen Vorschlägen möchte er lieber eine …

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Der Experte aus dem Eingabefeld

Früher musste man jahrelang etwas können, bevor andere glaubten, man könne es. Heute reicht ein Laptop und die Fähigkeit, eine Frage ordentlich in ein Eingabefeld zu schreiben. Das spart Zeit. Vor allem die lästige Strecke zwischen Ahnungslosigkeit und Erfahrung. Generative KI kann Wissensunterschiede tatsächlich verkleinern. Eine viel beachtete Untersuchung mit mehr als 5.000 Beschäftigten im …

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Der Kollege ohne Feierabend

Der neue Kollege kommt nicht zu spät, braucht keinen Urlaub und beschwert sich auch nicht darüber, dass schon wieder jemand die Kaffeemaschine nicht entkalkt hat. Dafür benötigt er Zugriffsrechte auf halbe Unternehmenssysteme und gelegentlich jemanden, der kontrolliert, ob er gerade Unsinn erledigt. Willkommen im Zeitalter der KI-Agenten. Aus dem Chatbot, dem man eine Frage stellt …

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Die KI ist nur so klug wie der Mensch davor

Die große Hoffnung der Unternehmen heißt künstliche Intelligenz. Sie soll Texte schreiben, Programme entwickeln, Kunden betreuen und möglichst nebenbei noch ein paar Stellen einsparen. 2025 erwarteten laut McKinsey 32 Prozent der befragten Unternehmen, dass KI ihre Belegschaften verkleinern würde. Ein Jahr später berichteten gerade einmal 14 Prozent tatsächlich von entsprechenden Kürzungen. Zwei Drittel sahen kaum …

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