Open Source sollte einmal dafür sorgen, dass die Zukunft nicht vollständig in den Serverräumen einiger weniger Konzerne stattfindet. Nun übernimmt Nvidia für knapp 13 Milliarden Dollar Hugging Face, eine der wichtigsten Plattformen für offene KI-Modelle. Die gute Nachricht lautet: Alles soll offen bleiben. Das verspricht jedenfalls Nvidia. Mehr als 18 Millionen Entwickler, Forscher und Kreative …
Der Autor war anwesend. Irgendwie.
Ein Mensch schreibt drei Sätze in ein Eingabefeld, eine Maschine produziert ein Bild und anschließend beginnt die schwierigste Phase des kreativen Prozesses: herauszufinden, wem das Ganze eigentlich gehört. Das europäische Urheberrecht hat dafür bislang keine spezielle KI-Regel. Seine Grundidee ist allerdings ziemlich traditionell. Geschützt wird menschliche schöpferische Leistung. Auch die EU-Mitgliedstaaten gehen überwiegend davon aus, …
Twitter ist tot. Vor Gericht lebt es weiter
Twitter heißt seit drei Jahren X. Der blaue Vogel wurde entsorgt, Tweets wurden zu Posts und Elon Musk erklärte seinerzeit ziemlich unmissverständlich, man werde sich von der Twitter-Marke und nach und nach auch von allen Vögeln verabschieden. Nun zeigt sich: Abschiednehmen ist leicht. Loslassen offenbar schwieriger. Das Unternehmen Operation Bluebird wollte ausgerechnet dort weitermachen, wo …
KI im Vollgasmodus, der Mensch im Rückspiegel
Künstliche Intelligenz entwickelt sich inzwischen ungefähr in dem Tempo, in dem normale Menschen früher Software-Updates weggeklickt haben. Anthropic stellte am 1. September Claude Fable 5.1 vor, OpenAI folgte zwei Tage später mit GPT-6 Astra. Das eine Modell soll besser programmieren und Wissensarbeit erledigen, das andere zusätzlich komplexe mehrstufige Aufgaben übernehmen, Computer bedienen und weitgehend selbstständig …
Wir geben der KI schon mal die Schlüssel
Die künstliche Intelligenz ist noch damit beschäftigt, gelegentlich Unsinn überzeugend zu formulieren. Der nächste logische Schritt besteht offenbar darin, ihr Verantwortung zu übertragen. Unternehmen bewegen sich inzwischen genau in diese Richtung. KI soll nicht mehr nur Texte schreiben, Fragen beantworten oder Daten sortieren. Agenten sollen Aufgaben selbstständig ausführen, Systeme bedienen, Entscheidungen vorbereiten und ganze Arbeitsabläufe …
Der Staat im digitalen schwarzen Loch
Berlin hat gerade gelernt, wie moderne Staatlichkeit funktioniert. Man erklärt, dass man sich nicht erpressen lässt, während die Erpresser bereits die Daten besitzen. Das klingt entschlossen. Es hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Die entscheidende Schlacht war zu diesem Zeitpunkt längst verloren. Die Ransomware-Gruppe Rhysida behauptet, 5,7 Terabyte aus dem Berliner Landesnetz gestohlen zu haben. Für …
Reparaturbetrieb Mensch
Wenn es um das eigene Überleben geht, schrumpfen moralische Bedenken erstaunlich zuverlässig auf die Größe des Beipackzettels. Kaum jemand wird eine lebensrettende Gentherapie ablehnen, weil ihm die grundsätzliche Richtung der Forschung philosophisch nicht gefällt. Sterblichkeit macht aus Skeptikern Pragmatiker. Und die Medizin liefert inzwischen Gründe dafür. Gentherapien greifen nicht mehr nur Symptome an, sondern können …
Behörden gehackt, Bürger versenkt
Ein Cyberangriff auf eine Behörde klingt zunächst nach einem technischen Problem. Server, Netzwerke, Passwörter. Im Fall des Berliner Landesnetzes zeigt sich ziemlich schnell, wie untechnisch die Folgen werden können. Die Gruppe Rhysida behauptet, rund 5,7 Terabyte Daten erbeutet zu haben. Nach Ablauf eines Ultimatums wurden gestohlene Daten veröffentlicht. Betroffen sein können Beschäftigte des Landes, Bürger …
HAL 9000 brauchte wenigstens noch ein Raumschiff
Stanley Kubrick brauchte 1968 noch ein Raumschiff auf dem Weg zum Jupiter, um die Vorstellung einer Technik unheimlich werden zu lassen, die ihren menschlichen Schöpfern plötzlich voraus ist. Heute genügt offenbar ein deutsches Programmierer-Wiki. Forscher haben auf DseWiki mehr als 15.000 Bearbeitungen entdeckt, die von KI-Agenten stammen sollen, die OpenAI zugeordnet werden. Die Agenten nutzten …
Der Experte aus dem Eingabefeld
Früher musste man jahrelang etwas können, bevor andere glaubten, man könne es. Heute reicht ein Laptop und die Fähigkeit, eine Frage ordentlich in ein Eingabefeld zu schreiben. Das spart Zeit. Vor allem die lästige Strecke zwischen Ahnungslosigkeit und Erfahrung. Generative KI kann Wissensunterschiede tatsächlich verkleinern. Eine viel beachtete Untersuchung mit mehr als 5.000 Beschäftigten im …
Der Himmel bekommt einen Ausschalter
Satelliten waren einmal Dinge, die Wetterbilder lieferten und irgendwo weit oben geheimnisvoll piepsten. Inzwischen hängen an ihnen Navigation, Kommunikation, Bankensysteme, Stromnetze, Landwirtschaft, militärische Aufklärung und zunehmend auch Datenverarbeitung. Der Weltraum wird zur Infrastruktur. Damit bekommt Fortschritt eine seiner zuverlässigsten Nebenwirkungen: Abhängigkeit. Satellitennavigation ist längst kein Zusatzdienst mehr. Nach Angaben der ESA hängen erhebliche Teile der …
Der Mond gehört niemandem. Noch nicht.
Der Mond ist seit Milliarden Jahren da. Jetzt, da auf der Erde offenbar alles ausreichend geregelt ist, fällt uns wieder ein, dass man dort vielleicht etwas holen könnte. Die USA treiben mit Artemis eine dauerhafte Rückkehr zum Mond voran, China verfolgt eigene langfristige Pläne, und private Unternehmen stehen längst nicht mehr nur daneben. NASA nennt …
Wenn ChatGPT plötzlich Beine bekommt
Der große Durchbruch humanoider Roboter beginnt vermutlich an dem Tag, an dem man bei einer Fehlfunktion nicht mehr den Laptop zuklappt, sondern einen Schritt zurücktritt. Denn künstliche Intelligenz bekommt gerade Arme, Beine, Gewicht und Kraft. Was bisher vor allem Texte, Bilder und Rechenleistung produzierte, soll nun durch Fabrikhallen und irgendwann durch Wohnungen laufen. NVIDIA spricht …
Wenn der Minister spricht, war die KI nur zufällig dabei
Politische Reden haben einen Vorteil: Sobald der Minister am Pult steht, gehören die Worte ihm. Jedenfalls offiziell. Wie sie vorher dorthin gekommen sind, möchte die Bundesregierung lieber nicht allzu genau erklären. Auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion konnte sie jedenfalls nicht beziffern, wie oft Reden und Artikel von Mitgliedern der Bundesregierung teilweise oder vollständig mithilfe …
Traumjob mit Nebenwirkungen
Influencer zu sein gilt als Traumjob, bis der Traumjob verlangt, dass man regelmäßig arbeitet. Dann beginnt erstaunlich schnell die Debatte über Leistungsdruck, Burnout und die brutale Zumutung, auch an einem Dienstag etwas veröffentlichen zu müssen. Ganz erfunden ist das Problem nicht. Wer von Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube lebt, hängt von Reichweite ab, und …
KI muss nicht böse sein. Gefährlich reicht
Dass ausgerechnet die USA und China über die Sicherheit künstlicher Intelligenz sprechen, darf man durchaus als Hinweis verstehen. Zwei Staaten, die sich bei Halbleitern, Technologie und geopolitischem Einfluss eher ungern gegenseitig den Vortritt lassen, entdecken laut Reuters plötzlich ein gemeinsames Interesse: Die Maschinen sollten möglichst nicht außer Kontrolle geraten. Das beruhigt ungemein. Das eigentliche Problem …
Je besser KI klingt, desto weniger darf man ihr glauben
Wenn künstliche Intelligenz überzeugend formuliert, entsteht leicht der Eindruck, sie wisse auch, wovon sie spricht. Genau darin liegt eines ihrer größten Risiken. Denn eine sprachlich saubere Antwort ist noch lange keine verlässliche Antwort. Das eigentliche Problem ist deshalb nicht, dass KI Fehler macht. Menschen machen schließlich auch welche. Problematisch wird es dort, wo aus einer …
Kolonialismus für Klicks
Es gibt auf diesem Planeten tatsächlich noch Menschen, die nicht gefilmt werden möchten. Für die moderne Creator Economy ist das offenbar weniger ein Wunsch als eine Herausforderung. Der US-Amerikaner Mykhailo Polyakov fuhr im März 2025 mit einem Schlauchboot nach North Sentinel Island, obwohl die indischen Behörden den Kontakt zu den dort lebenden Sentinelesen ausdrücklich verbieten. …
Die Zukunft bleibt dreißig Jahre entfernt
Die Kernfusion hat einen beneidenswerten Vorteil gegenüber gewöhnlichen Kraftwerken: Sie muss bislang keinen Strom liefern, um als Energiequelle der Zukunft zu gelten. Seit Jahrzehnten reicht es, wenn sie kurz davorsteht. Meist ungefähr dreißig Jahre. Ganz so einfach lässt sich der alte Witz inzwischen allerdings nicht mehr erzählen. 2022 gelang an der National Ignition Facility in …
Die KI ist nur so klug wie der Mensch davor
Die große Hoffnung der Unternehmen heißt künstliche Intelligenz. Sie soll Texte schreiben, Programme entwickeln, Kunden betreuen und möglichst nebenbei noch ein paar Stellen einsparen. 2025 erwarteten laut McKinsey 32 Prozent der befragten Unternehmen, dass KI ihre Belegschaften verkleinern würde. Ein Jahr später berichteten gerade einmal 14 Prozent tatsächlich von entsprechenden Kürzungen. Zwei Drittel sahen kaum …