Wenn es um das eigene Überleben geht, schrumpfen moralische Bedenken erstaunlich zuverlässig auf die Größe des Beipackzettels. Kaum jemand wird eine lebensrettende Gentherapie ablehnen, weil ihm die grundsätzliche Richtung der Forschung philosophisch nicht gefällt. Sterblichkeit macht aus Skeptikern Pragmatiker. Und die Medizin liefert inzwischen Gründe dafür. Gentherapien greifen nicht mehr nur Symptome an, sondern können …
Wenn Behörden gehackt werden, trifft es die Bürger
Ein Cyberangriff auf eine Behörde klingt zunächst nach einem technischen Problem. Server, Netzwerke, Passwörter. Im Fall des Berliner Landesnetzes zeigt sich ziemlich schnell, wie untechnisch die Folgen werden können. Die Gruppe Rhysida behauptet, rund 5,7 Terabyte Daten erbeutet zu haben. Nach Ablauf eines Ultimatums wurden gestohlene Daten veröffentlicht. Betroffen sein können Beschäftigte des Landes, Bürger …
Der Experte aus dem Eingabefeld
Früher musste man jahrelang etwas können, bevor andere glaubten, man könne es. Heute reicht ein Laptop und die Fähigkeit, eine Frage ordentlich in ein Eingabefeld zu schreiben. Das spart Zeit. Vor allem die lästige Strecke zwischen Ahnungslosigkeit und Erfahrung. Generative KI kann Wissensunterschiede tatsächlich verkleinern. Eine viel beachtete Untersuchung mit mehr als 5.000 Beschäftigten im …
Der Himmel bekommt einen Ausschalter
Satelliten waren einmal Dinge, die Wetterbilder lieferten und irgendwo weit oben geheimnisvoll piepsten. Inzwischen hängen an ihnen Navigation, Kommunikation, Bankensysteme, Stromnetze, Landwirtschaft, militärische Aufklärung und zunehmend auch Datenverarbeitung. Der Weltraum wird zur Infrastruktur. Damit bekommt Fortschritt eine seiner zuverlässigsten Nebenwirkungen: Abhängigkeit. Satellitennavigation ist längst kein Zusatzdienst mehr. Nach Angaben der ESA hängen erhebliche Teile der …
Der Mond gehört niemandem. Noch nicht.
Der Mond ist seit Milliarden Jahren da. Jetzt, da auf der Erde offenbar alles ausreichend geregelt ist, fällt uns wieder ein, dass man dort vielleicht etwas holen könnte. Die USA treiben mit Artemis eine dauerhafte Rückkehr zum Mond voran, China verfolgt eigene langfristige Pläne, und private Unternehmen stehen längst nicht mehr nur daneben. NASA nennt …
Wenn ChatGPT plötzlich Beine bekommt
Der große Durchbruch humanoider Roboter beginnt vermutlich an dem Tag, an dem man bei einer Fehlfunktion nicht mehr den Laptop zuklappt, sondern einen Schritt zurücktritt. Denn künstliche Intelligenz bekommt gerade Arme, Beine, Gewicht und Kraft. Was bisher vor allem Texte, Bilder und Rechenleistung produzierte, soll nun durch Fabrikhallen und irgendwann durch Wohnungen laufen. NVIDIA spricht …
Wenn der Traumjob plötzlich nach Arbeit aussieht
Influencer zu sein gilt als Traumjob, bis der Traumjob verlangt, dass man regelmäßig arbeitet. Dann beginnt erstaunlich schnell die Debatte über Leistungsdruck, Burnout und die brutale Zumutung, auch an einem Dienstag etwas veröffentlichen zu müssen. Ganz erfunden ist das Problem nicht. Wer von Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube lebt, hängt von Reichweite ab, und …
Je besser KI klingt, desto weniger darf man ihr glauben
Wenn künstliche Intelligenz überzeugend formuliert, entsteht leicht der Eindruck, sie wisse auch, wovon sie spricht. Genau darin liegt eines ihrer größten Risiken. Denn eine sprachlich saubere Antwort ist noch lange keine verlässliche Antwort. Das eigentliche Problem ist deshalb nicht, dass KI Fehler macht. Menschen machen schließlich auch welche. Problematisch wird es dort, wo aus einer …
Die KI ist nur so klug wie der Mensch davor
Die große Hoffnung der Unternehmen heißt künstliche Intelligenz. Sie soll Texte schreiben, Programme entwickeln, Kunden betreuen und möglichst nebenbei noch ein paar Stellen einsparen. 2025 erwarteten laut McKinsey 32 Prozent der befragten Unternehmen, dass KI ihre Belegschaften verkleinern würde. Ein Jahr später berichteten gerade einmal 14 Prozent tatsächlich von entsprechenden Kürzungen. Zwei Drittel sahen kaum …