Behördengänge gehören zu den wenigen Dingen, bei denen selbst eine künstliche Intelligenz zunächst herausfinden muss, welches Formular eigentlich gemeint ist. Genau hier setzt Adler AI an. Das unabhängige und nach eigenen Angaben nicht kommerzielle Projekt will Bürger durch deutsche Verwaltungsverfahren führen, Zuständigkeiten erklären und sagen, welche Unterlagen, Gebühren oder Fristen zu beachten sind. Seit dem …
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Das Amt hat KI und weiß es nicht
Behörden führen künstliche Intelligenz gern ordentlich ein. Erst kommt die Arbeitsgruppe, dann die Datenschutzprüfung, anschließend das Konzept, danach vielleicht noch eine Pilotphase. Der Mitarbeiter war währenddessen schneller. Er hat längst ChatGPT geöffnet. Genau dort beginnt Shadow AI. Beschäftigte nutzen private KI-Konten für dienstliche Aufgaben, obwohl die Organisation diese Systeme weder freigegeben noch technisch eingebunden hat. …
Der Zauber der Personaleinsparung
Bei Disney gehört die Verwandlung zum Geschäftsmodell. Neuerdings funktioniert sie auch in der Personalabteilung. Aus mehreren hundert Arbeitsplätzen werden Einsparungen, aus Entlassungen wird eine strategische Neuausrichtung und aus weniger Beschäftigten entsteht angeblich mehr Raum für Wachstum. Die Magie moderner Unternehmensführung benötigt offenbar keinen Zauberstab mehr. Eine Tabellenkalkulation genügt. Der Unterhaltungskonzern streicht erneut mehrere hundert Stellen. …
Die Revolution wartet auf Freigabe
Die deutsche Arbeitswelt befindet sich mitten in der KI-Revolution. Man muss nur großzügig darüber hinwegsehen, dass 62 Prozent der Beschäftigten bei der Arbeit bislang gar keine KI nutzen. Die dritte Welle der Konstanzer KI-Studie zeichnet jedenfalls ein deutlich ruhigeres Bild als viele Unternehmenspräsentationen, Strategiepapiere und Zukunftskongresse. Im Mai 2026 wurden 1.105 Erwerbstätige befragt. 38 Prozent …
Die Zukunft braucht einen Hausmeister
Die Zukunft der Arbeit ist endlich da. Sie liefert Burritos aus und bleibt gelegentlich am Bordstein hängen. In Los Angeles fahren inzwischen rund 2.000 Lieferroboter von Serve Robotics durch die Gegend. Sie bringen Essen, rollen über Gehwege und sollen möglichst autonom erledigen, wofür früher Menschen auf Fahrrädern oder in Autos unterwegs waren. Ganz ohne Menschen …
Gekaufte Zeit
Europa entdeckt gerade eine alte industriepolitische Weisheit wieder: Arbeitsplätze bleiben leichter in Europa, wenn hier auch noch etwas hergestellt wird. Beim Bosch-Gesamtbetriebsrat ist diese Erkenntnis inzwischen so dringlich geworden, dass er verbindlichere Regeln für europäische Produktion fordert. Bosch selbst steckt schließlich mitten im Umbau. Allein im Kerngeschäft mit Automobiltechnik sollen bis zum Ende des Jahrzehnts …
Traue keiner Menschenseele
Offenbar reicht es heute nicht mehr, dass Beschäftigte arbeiten. Man möchte ihnen dabei auch möglichst lückenlos zusehen. Computeraktivitäten, GPS-Daten, Bewegungen, Arbeitsabläufe, Leistungskennzahlen: Was sich messen lässt, wird gemessen. Nicht unbedingt, weil es etwas verbessert. Aber wenigstens weiß man dann sehr genau, wie jemand gearbeitet hat, während man ihm nicht vertraute. Elektronische Leistungsüberwachung ist längst kein …
Der digitale Kollege braucht Betreuung
Früher organisierte die Assistenz Termine, Reisen, Korrespondenz und gelegentlich das Chaos anderer Leute. Heute kommt noch eine Aufgabe dazu: Sie soll lernen, wie man die Software bedient, die einen Teil dieser Arbeit übernehmen soll. Fortschritt erkennt man manchmal daran, dass für die Automatisierung der Arbeit erst einmal neue Arbeit entsteht. Heute Abend findet in München …
Der Experte aus dem Eingabefeld
Früher musste man jahrelang etwas können, bevor andere glaubten, man könne es. Heute reicht ein Laptop und die Fähigkeit, eine Frage ordentlich in ein Eingabefeld zu schreiben. Das spart Zeit. Vor allem die lästige Strecke zwischen Ahnungslosigkeit und Erfahrung. Generative KI kann Wissensunterschiede tatsächlich verkleinern. Eine viel beachtete Untersuchung mit mehr als 5.000 Beschäftigten im …
Der Kollege ohne Feierabend
Der neue Kollege kommt nicht zu spät, braucht keinen Urlaub und beschwert sich auch nicht darüber, dass schon wieder jemand die Kaffeemaschine nicht entkalkt hat. Dafür benötigt er Zugriffsrechte auf halbe Unternehmenssysteme und gelegentlich jemanden, der kontrolliert, ob er gerade Unsinn erledigt. Willkommen im Zeitalter der KI-Agenten. Aus dem Chatbot, dem man eine Frage stellt …
Die KI ist nur so klug wie der Mensch davor
Die große Hoffnung der Unternehmen heißt künstliche Intelligenz. Sie soll Texte schreiben, Programme entwickeln, Kunden betreuen und möglichst nebenbei noch ein paar Stellen einsparen. 2025 erwarteten laut McKinsey 32 Prozent der befragten Unternehmen, dass KI ihre Belegschaften verkleinern würde. Ein Jahr später berichteten gerade einmal 14 Prozent tatsächlich von entsprechenden Kürzungen. Zwei Drittel sahen kaum …