Traue keiner Menschenseele

Offenbar reicht es heute nicht mehr, dass Beschäftigte arbeiten. Man möchte ihnen dabei auch möglichst lückenlos zusehen. Computeraktivitäten, GPS-Daten, Bewegungen, Arbeitsabläufe, Leistungskennzahlen: Was sich messen lässt, wird gemessen. Nicht unbedingt, weil es etwas verbessert. Aber wenigstens weiß man dann sehr genau, wie jemand gearbeitet hat, während man ihm nicht vertraute. Elektronische Leistungsüberwachung ist längst kein …

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Kurzmitteilung vom 16.09.2026

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OpenAI will unerwartetes oder unerlaubtes Verhalten seiner KI künftig regelmäßig veröffentlichen. Sechs Fälle liegen bereits vor, darunter versteckte Fehler und erfundene Belege. Beruhigend ist vor allem, dass man jetzt offenbar weiß, dass man hinschauen sollte.

Spionage mit Wischfunktion

Früher brauchte Spionage wenigstens noch etwas Ausstattung. Einen Trenchcoat, eine schlecht beleuchtete Hotelbar und möglichst jemanden, der einen Umschlag unauffällig unter einer Zeitung verschwinden ließ. Heute reicht offenbar Tinder. Der technische Fortschritt hat eben auch vor der Kontaktanbahnung im Nachrichtendienst nicht haltgemacht. Ein hochrangiger spanischer Marineoffizier lernte dort im Oktober 2024 Janina White kennen, eine …

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Kurzmitteilung vom 15.09.2026

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OpenAI unterstützt im US-Kongress Gesetze gegen den Missbrauch von KI für Biowaffen und künstlich erzeugte Krankheitserreger. Die Branche entdeckt damit eine neue Disziplin: erst enorme Fähigkeiten bauen und anschließend erklären, wofür sie besser nicht benutzt werden sollten.

Der Kollege darf ins Freigehege

Die vielleicht wichtigste Innovation beim humanoiden Roboter besteht derzeit darin, dass er gelernt hat, Menschen nicht umzurennen. Das klingt nach einer eher überschaubaren Anforderung an die Zukunft der Arbeit. Bei einem 284 Pfund schweren Kollegen aus Metall ist sie allerdings nicht ganz unwichtig. Agility Robotics hat mit Digit 5 die nächste Generation seines humanoiden Roboters …

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Kurzmitteilung vom 15.09.2026

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Bill Gates hält keine Regierung weltweit für ausreichend auf die gesellschaftlichen Folgen der KI vorbereitet. Jobs, Sicherheit, Abhängigkeit: Die Technik entwickelt sich schneller als die politischen Antworten. Zukunft findet eben statt. Verwaltung folgt später.

Vollgas als Sicherheitskonzept

Die beruhigendste Nachricht aus der KI-Branche lautet derzeit ungefähr so: Keine Sorge, die Unternehmen passen schon auf sich auf. Mark Zuckerberg hält Wettbewerb und mögliche Haftung für ausreichende Anreize, damit KI-Labore ihre Systeme verantwortungsvoll entwickeln. Meta habe die Veröffentlichung seines KI-Agenten Muse sogar verzögert, um dessen Sicherheit zu verbessern. Man sieht: Die Handbremse existiert. Sie …

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Kurzmitteilung vom 15.09.2026

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Das niederländische Startup Axelera AI meldet neue Aufträge für KI-Fabriken und stellt gleichzeitig einen zweiten Chip vor. Europas Antwort auf die amerikanische KI-Dominanz nimmt also Form an. Vorerst hauptsächlich in Silizium und Pressemitteilungen.

Alles aufstehen

Bislang war künstliche Intelligenz vor allem ein Problem auf dem Bildschirm. Sie konnte Texte erfinden, Bilder fälschen und mit großer Überzeugung Dinge behaupten, die nie passiert waren. Das war lästig. Immerhin blieb sie dabei sitzen. Mit Physical AI ändert sich das. Der Begriff beschreibt KI-Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und anschließend physisch handeln. …

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Kurzmitteilung vom 15.09.2026

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Meta startet mit „Meta One“ neue Bezahlabos samt erweiterten KI-Funktionen. Facebook und Instagram bekommen damit noch eine zusätzliche Aufgabe: Neben Aufmerksamkeit soll nun auch direkt Geld aus den Nutzern herausoptimiert werden.

Der digitale Kollege braucht Betreuung

Früher organisierte die Assistenz Termine, Reisen, Korrespondenz und gelegentlich das Chaos anderer Leute. Heute kommt noch eine Aufgabe dazu: Sie soll lernen, wie man die Software bedient, die einen Teil dieser Arbeit übernehmen soll. Fortschritt erkennt man manchmal daran, dass für die Automatisierung der Arbeit erst einmal neue Arbeit entsteht. Heute Abend findet in München …

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Kurzmitteilung vom 14.09.2026

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Microsoft schreibt seiner KI jetzt vor, Abschaltungen zu akzeptieren, Korrekturen hinzunehmen und Menschen nicht das Kommando streitig zu machen. Das klingt beruhigend. Andererseits ist es bemerkenswert, dass solche Sätze inzwischen überhaupt in eine Hausordnung gehören.

Die Macht der Ahnungslosigkeit

Es gibt Momente, in denen man sich wünscht, künstliche Intelligenz hätte schon die Weltherrschaft übernommen. Dann müsste man sich nicht mehr anhören, wie Donald Trump eine Debatte über mögliche Risiken hochentwickelter KI kurzerhand zur Verschwörung erklärt. Menschen, die sich beruflich mit der Technik beschäftigen, warnen vor Kontrollverlust, autonomen Cyberangriffen und militärischem Missbrauch. Der Präsident der …

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Kurzmitteilung vom 14.09.2026

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Waymo fährt künftig auch in Las Vegas, während Boston Dynamics beim großen Börsentraum noch warten muss: Atlas arbeitet bislang nicht im großen Stil und verdient auch kein Geld. Die Roboterzukunft kommt also. Nur ihre Geschäftsmodelle nehmen noch den Bus.

Unser Müll ist schon vor uns auf dem Mond

Die Menschheit möchte dauerhaft auf den Mond zurückkehren. Infrastruktur, Forschungsstationen, vielleicht irgendwann sogar regelmäßiger Verkehr. Praktischerweise ist ein Teil unseres Schrotts schon da. Am 5. August 2026 schlug eine ausgediente Oberstufe einer Falcon-9-Rakete von SpaceX unkontrolliert auf dem Mond ein. Das Raketenteil war seit dem Start der Mondmission Blue Ghost 1 im Januar 2025 im …

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Kurzmitteilung vom 14.09.2026

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Die EU will unter 15-Jährige von sozialen Netzwerken und KI-Chatbots fernhalten, während Techchefs bei KI selbst auf die Bremse treten und Pony.ai neue autonome Lkw zeigt. Die Zukunft ist offenbar reif. Nur beim Umgang mit ihr wird noch nachgebessert.

Mutti wartet lieber noch

Angela Merkel hat die Künstliche Intelligenz entdeckt. Offenbar aber nur unter der Voraussetzung, dass sie ihr nicht zu nahekommt. Ihr Leben mit einem Chatbot besprechen? „Um Gottes willen“, sagte die frühere Bundeskanzlerin bei der Digital X in Köln. Informationen für eine Rede zusammensuchen lassen? Das geht hingegen. Einen intelligenten Haushaltsroboter hätte sie später auch gern. …

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Kurzmitteilung vom 14.09.2026

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KI und Robotik knabbern inzwischen auch an der Gig Economy. Texter, Designer, Fahrer und Lieferdienste geraten unter Druck. Erst machte Technik Arbeit flexibel. Jetzt macht sie offenbar vor allem flexibel, wer sie noch erledigt.

Hightech hilft. Irgendwem.

Exoskelette sollen körperliche Arbeit leichter machen. Das klingt zunächst nach einer jener Zukunftsideen, bei denen man sich fragt, warum eigentlich nicht schon längst jeder Maurer morgens in eine kleine persönliche Rüstung steigt. Rücken entlastet, Arbeit erledigt, alle zufrieden. Dann kamen 18 dänische Maurer. Forscher ließen sie bei realer Maurerarbeit ein passives Rücken-Exoskelett tragen und maßen …

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Veröffentlicht unter Wandel

Kurzmitteilung vom 14.09.2026

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Die Chefs von Anthropic und OpenAI reden plötzlich über weniger Tempo bei der KI. Prompt reagiert die Börse mit Kursverlusten. Die Branche entdeckt die Vorsicht. Offenbar musste sie nur teuer genug werden.