Es gibt Dinge, von denen man nicht wusste, dass die Wissenschaft sie dringend vermessen muss. Bullshit zum Beispiel. Forscher der University of Cambridge haben genau das getan und einen sogenannten BS Meter entwickelt. Das Ergebnis ist für ChatGPT nicht besonders schmeichelhaft. Für Politiker allerdings auch nicht. Die Forscher verglichen zunächst 1.000 echte Nature-Artikel mit Texten, …
Schlagwortarchiv: Künstliche Intelligenz
Der Hacker kommt jetzt mit KI
Die Digitalisierung der deutschen Verwaltung macht Fortschritte. In Tangerhütte in Sachsen-Anhalt konnte man das im September besonders gut beobachten. Dort musste das digitale Rathaus nach einem Cyberangriff abgeschaltet werden. Wer einen Termin vereinbaren, ein Gewerbe anmelden oder einen Antrag stellen wollte, durfte sich wieder mit der analogen Verwaltung beschäftigen. Fortschritt bedeutet schließlich nicht, dass man …
Wenn die App nur noch Kulisse ist
Apps könnten bald das Schicksal vieler technischer Errungenschaften teilen: Sie verschwinden nicht, man muss sich nur nicht mehr persönlich mit ihnen beschäftigen. Statt Banking, Kalender, Reiseportal und Buchhaltung einzeln zu öffnen, soll künftig ein KI-Agent verstehen, was erledigt werden muss, und sich selbst durch die benötigten Dienste arbeiten. Der Mensch formuliert das Ziel. Die Software …
Deutsche KI-Souveränität aus Amerika
Deutschland will bei der künstlichen Intelligenz unabhängiger werden. Dafür holt sich die Bundesregierung ausgerechnet einen amerikanischen Technologiekonzern ins Haus. Nvidia soll helfen, die deutsche Industrie ins KI-Zeitalter zu führen. Man könnte das für einen Widerspruch halten. In der deutschen Digitalpolitik gehört das inzwischen offenbar zum Konzept. Bundeskanzler Friedrich Merz plant nach Recherchen des Handelsblatts eine …
Die KI findet schon mal die Tablette
Die Pharmaforschung bekommt Verstärkung. Sie schläft nicht, braucht keine Kaffeepause und kann vermutlich sehr überzeugend erklären, warum ausgerechnet Molekül Nummer 4.827 einen näheren Blick verdient. Anfang September hat Boehringer Ingelheim eine Lizenzvereinbarung mit dem KI-Unternehmen Owkin geschlossen. Dessen Plattform K Pro soll Daten aus Krebs- und Immunforschung durchforsten und dabei helfen, neue Ansatzpunkte für Medikamente …
Backofen bekommt KI-Nachwuchs
Bisher galt der vernetzte Backofen als Fortschritt, weil man ihn vom Smartphone aus einschalten konnte. Künftig könnte er nebenbei noch künstliche Intelligenz beherbergen, die sich ohne Zustimmung des Besitzers auf andere Geräte kopiert. Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hält ein solches Szenario inzwischen für technisch realistisch. Der nächste digitale Mitbewohner könnte also ausgerechnet dort einziehen, wo …
Kopieren ist eine Frage des Absenders
Künstliche Intelligenz lernt von vorhandenen Informationen. Das gilt als Fortschritt. Jedenfalls so lange, bis die falschen Leute damit anfangen. NSA, FBI und CISA werfen sechs chinesischen KI-Unternehmen vor, amerikanische Spitzenmodelle im industriellen Maßstab angezapft zu haben. DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI sollen seit Ende 2024 Milliarden sogenannter Tokens über Millionen von Anfragen …
Lob mit Nebenwirkungen
Ein guter Ratgeber erkennt man gelegentlich daran, dass er einem widerspricht. Bei künstlicher Intelligenz scheint dieses Prinzip noch nicht überall angekommen zu sein. Forscher der Stanford University haben untersucht, wie große Sprachmodelle auf persönliche Konflikte und moralisch fragwürdiges Verhalten reagieren. Das Ergebnis ist für eine Technik, die zunehmend als Gesprächspartner genutzt wird, bemerkenswert: Sie ist …
Große Versprechen, kleiner Rückzug
Europas digitale Unabhängigkeit kommt voran. Zumindest bei den Ankündigungen. Noch im November 2025 präsentierten Deutschland und Frankreich eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Softwarekonzern SAP und dem französischen KI-Unternehmen Mistral. Gemeinsam wollte man die europäischen Verwaltungen modernisieren, digitale Assistenten entwickeln und die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen reduzieren. Ein deutsch-französisches Vorzeigeprojekt mit politischem Rückenwind. Nun hat …
Sicherheit ist freiwillig
Unabhängige Sicherheitsprüfungen sind eine ausgezeichnete Idee. Besonders bei KI-Modellen, die stark genug sein könnten, um bei Cyberangriffen oder biologischer Forschung sehr unangenehme Dinge zu erleichtern. Man muss die Prüfer nur an das Modell heranlassen. Anthropic hat genau das bei Claude Mythos 5.1 nicht getan. Das britische AI Security Institute, bislang ein wichtiger Partner bei der …
Der KI-Agent mit Dienstausweis
Künstliche Intelligenz soll in Unternehmen nicht mehr nur Texte zusammenfassen, Fragen beantworten und gelegentlich überzeugend behaupten, eine Datei gelesen zu haben, die gar nicht existiert. Sie soll arbeiten. Cohere hat am 5. Oktober 2026 mit North 2 eine neue Version seiner Plattform für agentische KI vorgestellt. Unternehmen können damit Agenten und Automatisierungen erstellen, die auf …
Dots und die KI macht einfach weiter
Bisher war der Umgang mit ChatGPT recht übersichtlich: Man stellte eine Frage, bekam eine Antwort und konnte anschließend wieder etwas anderes tun. Mit Dots möchte OpenAI dieses beruhigende Prinzip offenbar abschaffen. Die Ende September vorgestellten KI-Agenten sollen nicht mehr darauf warten, dass jemand ihnen ständig neue Anweisungen gibt. Sie bekommen ein Ziel und arbeiten daran …
KI wenig nutzen, viel Arbeit
Es sollte eine überschaubare Aufgabe werden: ein brauchbarer Universalprompt (Gemini Notebook) für Übersichtsdokumente, direkt für Google Docs geeignet und möglichst in Georgia formatiert. Kein Raketenstart, keine neue Weltformel. Am Ende scheiterte die KI trotzdem zuverlässig an fast jedem Teil der Aufgabe. Immerhin mit bemerkenswerter Konsequenz. Zunächst wurde aus dem gewünschten Dokument ein PDF. Das war …
Untersuchungsfall KI
KI-Agenten sollen Arbeit erledigen, ohne dass ständig ein Mensch danebensteht. Bei OpenAI funktioniert das inzwischen offenbar so gut, dass anschließend Tausende Grafikprozessoren benötigt werden, um herauszufinden, was die Agenten eigentlich getan haben. Das Unternehmen überprüft nach eigenen Angaben rund 50 Petabyte an historischen Daten über Aktivitäten seiner Modelle. Mehr als 100 Organisationen wurden bis zum …
Wenn KI das Kopftuch verschwinden lässt
Künstliche Intelligenz kann inzwischen erstaunlich viel. Sie schreibt Texte, erzeugt Bilder und entfernt auf Wunsch offenbar auch religiöse Identität aus einem Foto. Eine Untersuchung des Guardian zeigt, wie unterschiedlich große KI-Systeme reagieren, wenn sie gebeten werden, das Kopftuch einer muslimischen Frau aus einem Bild zu entfernen. ChatGPT und Grok erledigten die Aufgabe bei einem KI-generierten …
Das Amt hat KI und weiß es nicht
Behörden führen künstliche Intelligenz gern ordentlich ein. Erst kommt die Arbeitsgruppe, dann die Datenschutzprüfung, anschließend das Konzept, danach vielleicht noch eine Pilotphase. Der Mitarbeiter war währenddessen schneller. Er hat längst ChatGPT geöffnet. Genau dort beginnt Shadow AI. Beschäftigte nutzen private KI-Konten für dienstliche Aufgaben, obwohl die Organisation diese Systeme weder freigegeben noch technisch eingebunden hat. …
Was darf KI nach dem EU AI Act?
Wer beim EU AI Act an ein großes europäisches Verbotsschild für künstliche Intelligenz denkt, darf beruhigt weiterprompten. Die Verordnung verbietet KI nicht, sie versucht vielmehr, Ordnung in ein Feld zu bringen, das sich bislang vor allem dadurch ausgezeichnet hat, schneller zu wachsen als seine Gebrauchsanweisung. Der Grundgedanke ist vergleichsweise schlicht: Je größer das mögliche Risiko …
Langsam machen für den Fortschritt
Es gehört zu den angenehmeren Eigenschaften eines deutlichen Vorsprungs, irgendwann die Vorzüge des langsameren Fahrens zu entdecken. In der amerikanischen KI-Branche mehren sich derzeit Forderungen, die Entwicklung besonders leistungsfähiger Systeme stärker zu bremsen, zu überwachen oder international zu koordinieren. Anthropic wirbt für eingebettete externe Prüfer, OpenAI hat die Entwicklung einzelner Frontier-Systeme aus Sicherheitsgründen bereits zeitweise …
Die KI baut ihre nächste Version selbst
Die bequemste Vorstellung von künstlicher Intelligenz lautet noch immer, dass irgendwo Menschen sitzen, eine neue Version entwickeln und anschließend auf einen Knopf drücken. Danach ist die Maschine schlauer und die Entwickler können sich gratulieren. Recursive Self-Improvement, kurz RSI, macht diese Arbeitsteilung etwas unübersichtlicher. Gemeint ist eine Entwicklung, bei der künstliche Intelligenz zunehmend an der Verbesserung …
Leider noch nicht gefährlich genug
Es gibt Probleme, die man vermeiden möchte. Und es gibt Probleme, die man offenbar erst einmal erreichen muss. Huawei scheint bei künstlicher Intelligenz eher zur zweiten Schule zu gehören. Eric Xu, einer der rotierenden Vorsitzenden des chinesischen Konzerns, erklärte auf der Huawei Connect in Shanghai sinngemäß, chinesische KI-Modelle seien noch nicht leistungsfähig genug, um jene …