Große Versprechen, kleiner Rückzug

Europas digitale Unabhängigkeit kommt voran. Zumindest bei den Ankündigungen. Noch im November 2025 präsentierten Deutschland und Frankreich eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Softwarekonzern SAP und dem französischen KI-Unternehmen Mistral. Gemeinsam wollte man die europäischen Verwaltungen modernisieren, digitale Assistenten entwickeln und die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen reduzieren. Ein deutsch-französisches Vorzeigeprojekt mit politischem Rückenwind. Nun hat …

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Sicherheit ist freiwillig

Unabhängige Sicherheitsprüfungen sind eine ausgezeichnete Idee. Besonders bei KI-Modellen, die stark genug sein könnten, um bei Cyberangriffen oder biologischer Forschung sehr unangenehme Dinge zu erleichtern. Man muss die Prüfer nur an das Modell heranlassen. Anthropic hat genau das bei Claude Mythos 5.1 nicht getan. Das britische AI Security Institute, bislang ein wichtiger Partner bei der …

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Der KI-Agent mit Dienstausweis

Künstliche Intelligenz soll in Unternehmen nicht mehr nur Texte zusammenfassen, Fragen beantworten und gelegentlich überzeugend behaupten, eine Datei gelesen zu haben, die gar nicht existiert. Sie soll arbeiten. Cohere hat am 5. Oktober 2026 mit North 2 eine neue Version seiner Plattform für agentische KI vorgestellt. Unternehmen können damit Agenten und Automatisierungen erstellen, die auf …

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Dots und die KI macht einfach weiter

Bisher war der Umgang mit ChatGPT recht übersichtlich: Man stellte eine Frage, bekam eine Antwort und konnte anschließend wieder etwas anderes tun. Mit Dots möchte OpenAI dieses beruhigende Prinzip offenbar abschaffen. Die Ende September vorgestellten KI-Agenten sollen nicht mehr darauf warten, dass jemand ihnen ständig neue Anweisungen gibt. Sie bekommen ein Ziel und arbeiten daran …

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KI wenig nutzen, viel Arbeit

Es sollte eine überschaubare Aufgabe werden: ein brauchbarer Universalprompt (Gemini Notebook) für Übersichtsdokumente, direkt für Google Docs geeignet und möglichst in Georgia formatiert. Kein Raketenstart, keine neue Weltformel. Am Ende scheiterte die KI trotzdem zuverlässig an fast jedem Teil der Aufgabe. Immerhin mit bemerkenswerter Konsequenz. Zunächst wurde aus dem gewünschten Dokument ein PDF. Das war …

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Untersuchungsfall KI

KI-Agenten sollen Arbeit erledigen, ohne dass ständig ein Mensch danebensteht. Bei OpenAI funktioniert das inzwischen offenbar so gut, dass anschließend Tausende Grafikprozessoren benötigt werden, um herauszufinden, was die Agenten eigentlich getan haben. Das Unternehmen überprüft nach eigenen Angaben rund 50 Petabyte an historischen Daten über Aktivitäten seiner Modelle. Mehr als 100 Organisationen wurden bis zum …

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Wenn KI das Kopftuch verschwinden lässt

Künstliche Intelligenz kann inzwischen erstaunlich viel. Sie schreibt Texte, erzeugt Bilder und entfernt auf Wunsch offenbar auch religiöse Identität aus einem Foto. Eine Untersuchung des Guardian zeigt, wie unterschiedlich große KI-Systeme reagieren, wenn sie gebeten werden, das Kopftuch einer muslimischen Frau aus einem Bild zu entfernen. ChatGPT und Grok erledigten die Aufgabe bei einem KI-generierten …

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Das Amt hat KI und weiß es nicht

Behörden führen künstliche Intelligenz gern ordentlich ein. Erst kommt die Arbeitsgruppe, dann die Datenschutzprüfung, anschließend das Konzept, danach vielleicht noch eine Pilotphase. Der Mitarbeiter war währenddessen schneller. Er hat längst ChatGPT geöffnet. Genau dort beginnt Shadow AI. Beschäftigte nutzen private KI-Konten für dienstliche Aufgaben, obwohl die Organisation diese Systeme weder freigegeben noch technisch eingebunden hat. …

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Was darf KI nach dem EU AI Act?

Wer beim EU AI Act an ein großes europäisches Verbotsschild für künstliche Intelligenz denkt, darf beruhigt weiterprompten. Die Verordnung verbietet KI nicht, sie versucht vielmehr, Ordnung in ein Feld zu bringen, das sich bislang vor allem dadurch ausgezeichnet hat, schneller zu wachsen als seine Gebrauchsanweisung. Der Grundgedanke ist vergleichsweise schlicht: Je größer das mögliche Risiko …

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Langsam machen für den Fortschritt

Es gehört zu den angenehmeren Eigenschaften eines deutlichen Vorsprungs, irgendwann die Vorzüge des langsameren Fahrens zu entdecken. In der amerikanischen KI-Branche mehren sich derzeit Forderungen, die Entwicklung besonders leistungsfähiger Systeme stärker zu bremsen, zu überwachen oder international zu koordinieren. Anthropic wirbt für eingebettete externe Prüfer, OpenAI hat die Entwicklung einzelner Frontier-Systeme aus Sicherheitsgründen bereits zeitweise …

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Die KI baut ihre nächste Version selbst

Die bequemste Vorstellung von künstlicher Intelligenz lautet noch immer, dass irgendwo Menschen sitzen, eine neue Version entwickeln und anschließend auf einen Knopf drücken. Danach ist die Maschine schlauer und die Entwickler können sich gratulieren. Recursive Self-Improvement, kurz RSI, macht diese Arbeitsteilung etwas unübersichtlicher. Gemeint ist eine Entwicklung, bei der künstliche Intelligenz zunehmend an der Verbesserung …

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Leider noch nicht gefährlich genug

Es gibt Probleme, die man vermeiden möchte. Und es gibt Probleme, die man offenbar erst einmal erreichen muss. Huawei scheint bei künstlicher Intelligenz eher zur zweiten Schule zu gehören. Eric Xu, einer der rotierenden Vorsitzenden des chinesischen Konzerns, erklärte auf der Huawei Connect in Shanghai sinngemäß, chinesische KI-Modelle seien noch nicht leistungsfähig genug, um jene …

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Die KI kontrolliert jetzt die KI

Man kann den Fortschritt auch daran erkennen, dass wir inzwischen Maschinen brauchen, um zu prüfen, was andere Maschinen angerichtet haben. Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 bietet die Innenverwaltung gemeinsam mit dem Landeswahlleiter deshalb die „Gretchenfrage“ an. Wer auf Instagram, TikTok oder X über ein verdächtiges Bild, Video oder eine politische Behauptung stolpert, …

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KI frisst Journalismus

Die Sache ist angenehm modern: Zeitungen bezahlen Reporter, Redakteure, Korrespondenten und Fotografen. KI-Unternehmen nehmen die Ergebnisse, trainieren damit ihre Systeme und verkaufen anschließend Antworten, für die der Leser die Zeitung womöglich gar nicht mehr besuchen muss. Effizienz kann sehr elegant aussehen, solange man nicht fragt, wer sie bezahlt. Die Seattle Times und Newsday haben OpenAI …

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Die offene KI bekommt einen Eigentümer

Open Source sollte einmal dafür sorgen, dass die Zukunft nicht vollständig in den Serverräumen einiger weniger Konzerne stattfindet. Nun übernimmt Nvidia für knapp 13 Milliarden Dollar Hugging Face, eine der wichtigsten Plattformen für offene KI-Modelle. Die gute Nachricht lautet: Alles soll offen bleiben. Das verspricht jedenfalls Nvidia. Mehr als 18 Millionen Entwickler, Forscher und Kreative …

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KI im Vollgasmodus, der Mensch im Rückspiegel

Künstliche Intelligenz entwickelt sich inzwischen ungefähr in dem Tempo, in dem normale Menschen früher Software-Updates weggeklickt haben. Anthropic stellte am 1. September Claude Fable 5.1 vor, OpenAI folgte zwei Tage später mit GPT-6 Astra. Das eine Modell soll besser programmieren und Wissensarbeit erledigen, das andere zusätzlich komplexe mehrstufige Aufgaben übernehmen, Computer bedienen und weitgehend selbstständig …

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Wir geben der KI schon mal die Schlüssel

Die künstliche Intelligenz ist noch damit beschäftigt, gelegentlich Unsinn überzeugend zu formulieren. Der nächste logische Schritt besteht offenbar darin, ihr Verantwortung zu übertragen. Unternehmen bewegen sich inzwischen genau in diese Richtung. KI soll nicht mehr nur Texte schreiben, Fragen beantworten oder Daten sortieren. Agenten sollen Aufgaben selbstständig ausführen, Systeme bedienen, Entscheidungen vorbereiten und ganze Arbeitsabläufe …

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HAL 9000 brauchte wenigstens noch ein Raumschiff

Stanley Kubrick brauchte 1968 noch ein Raumschiff auf dem Weg zum Jupiter, um die Vorstellung einer Technik unheimlich werden zu lassen, die ihren menschlichen Schöpfern plötzlich voraus ist. Heute genügt offenbar ein deutsches Programmierer-Wiki. Forscher haben auf DseWiki mehr als 15.000 Bearbeitungen entdeckt, die von KI-Agenten stammen sollen, die OpenAI zugeordnet werden. Die Agenten nutzten …

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Wenn die KI denkt, bevor wir es tun

Denken ist anstrengend. Praktischerweise gibt es inzwischen Maschinen, die einem einen beträchtlichen Teil davon abnehmen. Sie recherchieren, fassen zusammen, formulieren Argumente, schreiben Texte und erklären auf Wunsch auch noch, was man davon halten könnte. Das spart Zeit. Und möglicherweise irgendwann die Übung. Genau hier beginnt das Problem. Forscher von Microsoft Research befragten 319 Wissensarbeiter zu …

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Wenn der Minister spricht, war die KI nur zufällig dabei

Politische Reden haben einen Vorteil: Sobald der Minister am Pult steht, gehören die Worte ihm. Jedenfalls offiziell. Wie sie vorher dorthin gekommen sind, möchte die Bundesregierung lieber nicht allzu genau erklären. Auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion konnte sie jedenfalls nicht beziffern, wie oft Reden und Artikel von Mitgliedern der Bundesregierung teilweise oder vollständig mithilfe …

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