Wie verändert künstliche Intelligenz meinen Beruf?

Künstliche Intelligenz verändert einen Beruf meistens nicht auf einmal, sondern Aufgabe für Aufgabe. Tätigkeiten wie Schreiben, Recherchieren, Zusammenfassen, Übersetzen, Programmieren, Daten auswerten oder Standardanfragen beantworten können bereits heute teilweise von KI übernommen oder beschleunigt werden. Andere Aufgaben bleiben stark von Erfahrung, Verantwortung, persönlichem Kontakt oder praktischer Arbeit abhängig.

Deshalb ist die entscheidende Frage weniger, ob ein Beruf „durch KI ersetzt“ wird, sondern welche Teile der täglichen Arbeit sich verändern. Ein Sachbearbeiter kann beispielsweise weiterhin Entscheidungen treffen und Fälle bewerten, während KI Entwürfe erstellt, Unterlagen vorsortiert oder Informationen zusammenfasst. Dadurch verschiebt sich die Tätigkeit stärker in Richtung Kontrolle, Bewertung und Umgang mit Sonderfällen.

Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt, dass weltweit etwa jeder vierte Arbeitsplatz in irgendeiner Form generativer KI ausgesetzt ist. Sie erwartet jedoch überwiegend Veränderungen bestehender Tätigkeiten und nicht deren vollständige Abschaffung. Zugleich warnt sie davor, sogenannte Expositionswerte unmittelbar als Prognose für Arbeitsplatzverluste zu verstehen.

Wie stark der eigene Beruf betroffen sein wird, hängt daher von seinen konkreten Aufgaben, der Einführung von KI im jeweiligen Betrieb und den Fähigkeiten der Beschäftigten ab, mit den neuen Werkzeugen sinnvoll umzugehen.


Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Workers’ exposure to AI – What indicators tell us and what they don’t
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Artificial intelligence adoption and its impact on jobs