Besonders stark betroffen sind Branchen, in denen viele Tätigkeiten digital, textbasiert, datenintensiv oder standardisierbar sind. Dazu gehören vor allem Verwaltung, Finanzwirtschaft, IT, Medien, Marketing, Kundenservice und Teile der Rechts- und Beratungsbranche. Auch im Rechnungswesen und bei klassischen Büroberufen ist das Automatisierungspotenzial vergleichsweise hoch.
Die Internationale Arbeitsorganisation sieht weiterhin Büro- und Verwaltungsberufe als besonders exponiert. Zugleich wächst der Einfluss generativer KI bei qualifizierten Tätigkeiten, etwa bei Finanzanalysten, Programmierern oder Webentwicklern. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ganze Berufe verschwinden. Häufiger verändert KI zunächst einzelne Aufgaben: Texte werden vorbereitet, Daten ausgewertet, Routineanfragen beantwortet oder Programme unterstützt.
Weniger unmittelbar betroffen sind Tätigkeiten, die stark körperlich geprägt sind oder persönlichen Kontakt und situatives Handeln verlangen, etwa viele Arbeiten in Handwerk, Pflege, Gastronomie oder Bau. Aber auch dort kann KI indirekt eingesetzt werden, beispielsweise bei Planung, Dokumentation oder Verwaltung.
Entscheidend ist deshalb weniger die Branche allein als die Frage, welche konkreten Aufgaben innerhalb eines Berufs automatisiert oder unterstützt werden können. Aktuelle Forschung spricht bislang eher für einen Umbau vieler Tätigkeiten als für einen flächendeckenden Wegfall ganzer Berufsgruppen.
Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure, 20. Mai 2025
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: The impact of GenAI on jobs, productivity and work organization, 1. Juni 2026
▪︎ OECD: Demand for AI skills in jobs