Welche Berufe durch künstliche Intelligenz vollständig ersetzt werden, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen. Untersuchungen sprechen eher dafür, dass KI zunächst einzelne Tätigkeiten verändert oder übernimmt, statt ganze Berufe verschwinden zu lassen. Besonders betroffen sind Aufgaben, die digital ausgeführt werden und sich anhand vorhandener Informationen weitgehend standardisieren lassen.
Zu den stärker gefährdeten Tätigkeitsfeldern gehören beispielsweise Datenerfassung, einfache Büro- und Verwaltungsarbeiten, Teile der Buchhaltung sowie bestimmte Assistenz- und Sekretariatsaufgaben. Auch bei Übersetzungen, Programmierung, Grafikdesign, Finanzanalysen und anderen wissensintensiven Berufen kann generative KI inzwischen einen erheblichen Teil einzelner Aufgaben übernehmen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Berufe verschwinden.
Entscheidend ist die Zusammensetzung eines Berufs. Tätigkeiten, die menschliches Urteilsvermögen, Verantwortung, soziale Interaktion, körperliche Arbeit oder den Umgang mit unvorhersehbaren Situationen verlangen, lassen sich schwieriger vollständig automatisieren. Selbst stark von KI betroffene Berufe bestehen meist aus Aufgaben, bei denen weiterhin Menschen benötigt werden.
Die Internationale Arbeitsorganisation kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Veränderung von Arbeitsplätzen wahrscheinlich eine größere Rolle spielen wird als ihre vollständige Abschaffung. Gefragt sein werden zunehmend Menschen, die KI sinnvoll einsetzen, ihre Ergebnisse beurteilen und Verantwortung für Entscheidungen übernehmen können.