Social Media kann bei manchen Menschen zu einem problematischen Nutzungsverhalten führen, das suchtähnliche Merkmale aufweist. Wissenschaftlich wird jedoch meist vorsichtiger von „problematischer Social-Media-Nutzung“ gesprochen. Nicht jeder, der häufig Instagram, TikTok oder andere Plattformen nutzt, ist deshalb süchtig.
Zu den Warnzeichen gehören Schwierigkeiten, die eigene Nutzung zu kontrollieren, ein starkes Verlangen nach Social Media, wiederholt längere Nutzungszeiten als beabsichtigt sowie die Vernachlässigung anderer Aktivitäten. Problematisch wird die Nutzung insbesondere dann, wenn Schule, Arbeit, Schlaf, Beziehungen oder andere Bereiche des Alltags darunter leiden. Die Weltgesundheitsorganisation berichtete 2024, dass in einer großen Untersuchung unter Jugendlichen in Europa und weiteren Regionen rund elf Prozent Anzeichen problematischer Social-Media-Nutzung zeigten.
Ein Grund für die starke Bindung können Funktionen wie endloses Scrollen, Benachrichtigungen, Likes und algorithmisch ausgewählte Inhalte sein. Sie können dazu beitragen, dass Nutzer länger auf einer Plattform bleiben. Die American Psychological Association weist zugleich darauf hin, dass Social Media nicht grundsätzlich schädlich ist. Wirkung und Risiko hängen unter anderem von Person, Alter, Inhalten und Art der Nutzung ab.
Entscheidend ist deshalb weniger die reine Bildschirmzeit als die Frage, ob die Nutzung kontrollierbar bleibt und den Alltag beeinträchtigt.
Quellen:
▪︎ Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa: Jugendliche, Bildschirme und psychische Gesundheit
▪︎ American Psychological Association: Health Advisory on Social Media Use in Adolescence
▪︎ American Psychological Association: Social Media and the Internet