Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eines Tages flächendeckend eingeführt wird, ist offen. Gemeint ist damit eine regelmäßige staatliche Zahlung an alle Menschen, unabhängig davon, ob sie arbeiten oder anderes Einkommen haben. Bisher existiert ein solches System in großen Industriestaaten nicht dauerhaft für die gesamte Bevölkerung.
Mehrere Länder haben jedoch damit experimentiert. In Finnland erhielten ausgewählte Arbeitslose von 2017 bis 2018 ein Grundeinkommen. In Deutschland bekamen bei einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt 122 Menschen drei Jahre lang monatlich 1.200 Euro. Die 2025 veröffentlichten Ergebnisse zeigten keinen Rückzug aus dem Arbeitsmarkt, aber unter anderem Verbesserungen bei der psychischen Gesundheit.
Aus einzelnen Versuchen lässt sich allerdings nicht ableiten, wie ein Grundeinkommen für Millionen Menschen wirken würde. Die entscheidende Frage ist die Finanzierung. Die OECD weist darauf hin, dass ein existenzsicherndes Grundeinkommen hohe zusätzliche Steuereinnahmen oder Kürzungen anderer Sozialleistungen erfordern könnte. Je nach Ausgestaltung könnten dabei manche Menschen gewinnen und andere schlechter gestellt werden.
Ein Grundeinkommen bleibt deshalb eine reale politische Möglichkeit, aber keine absehbare Gewissheit. Ob es kommt, hängt weniger von technischen Möglichkeiten als von gesellschaftlichen Entscheidungen über Steuern, Arbeit und soziale Sicherung ab.
Quellen:
▪︎ Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Pilotprojekt Grundeinkommen
▪︎ Kela: Ergebnisse und Erfahrungen des finnischen Grundeinkommensexperiments
▪︎ OECD: Basic Income as a Policy Option