Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether werden auf absehbare Zeit wahrscheinlich kein normales Geld im gleichen Sinn wie Euro oder Dollar. Sie können zwar zum Bezahlen verwendet werden, erfüllen wichtige Eigenschaften einer allgemein verwendeten Währung aber nur eingeschränkt.
Ein wesentliches Problem sind starke Kursschwankungen. Geld soll nicht nur Zahlungen ermöglichen, sondern auch als verlässlicher Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel dienen. Wenn sich der Preis einer Kryptowährung innerhalb kurzer Zeit deutlich verändert, ist sie für alltägliche Preise, Löhne oder langfristige Verträge schwieriger zu verwenden.
Anders sieht es teilweise bei Stablecoins aus. Ihr Wert ist meist an eine bestehende Währung wie den US-Dollar gekoppelt. Dadurch eignen sie sich grundsätzlich besser für Zahlungen und spielen innerhalb der Kryptowelt bereits eine wichtige Rolle. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich weist jedoch darauf hin, dass Stablecoins weiterhin Risiken aufweisen und ihre Nutzung für gewöhnliche Käufe bislang vergleichsweise begrenzt ist.
Wahrscheinlicher ist deshalb, dass Kryptowährungen, Stablecoins, digitales Zentralbankgeld und klassische Bankguthaben künftig nebeneinander existieren. Kryptowährungen könnten bestimmte Zahlungs- und Anlagefunktionen übernehmen, ohne staatliche Währungen vollständig zu ersetzen.
Ob sie irgendwann tatsächlich alltägliches Geld werden, hängt vor allem von Stabilität, Regulierung, Akzeptanz und Vertrauen ab.
Quellen:
▪︎ Europäische Zentralbank: FAQs on the digital euro
▪︎ Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Annual Economic Report 2026
▪︎ Internationaler Währungsfonds: Press Briefing zu Krypto-Assets und gesetzlichem Zahlungsmittel