Deepfakes lassen sich nicht immer zuverlässig mit bloßem Auge oder Ohr erkennen. Moderne KI kann Gesichter, Stimmen und Bewegungen inzwischen so überzeugend nachbilden, dass offensichtliche Fehler zunehmend verschwinden.
Trotzdem gibt es mögliche Warnzeichen. Bei Videos können unnatürliche Übergänge im Gesicht, widersprüchliche Beleuchtung, ungewöhnliche Mimik oder Bewegungen auffallen. Bei künstlich erzeugten Stimmen können Betonung, Atempausen oder Sprachrhythmus merkwürdig wirken. Solche Merkmale sind jedoch keine sichere Methode. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass automatische Erkennungssysteme ebenfalls Grenzen haben und nicht unter allen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
Deshalb ist die Herkunft oft wichtiger als der erste Eindruck. Stammt das Video von einer nachvollziehbaren Quelle? Wird die angebliche Aussage auch von seriösen Medien oder offiziellen Stellen bestätigt? Besonders bei überraschenden politischen Aussagen, Geldforderungen oder dringenden Anweisungen sollte man eine zweite Kommunikationsmöglichkeit zur Überprüfung nutzen.
Auch technische Kennzeichnungen gewinnen an Bedeutung. Nach dem europäischen AI Act gelten seit August 2026 Transparenzpflichten für bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte.
Die beste Strategie besteht deshalb nicht darin, nach einem einzelnen verräterischen Fehler zu suchen. Quelle, Zusammenhang, unabhängige Bestätigung und technische Herkunftshinweise müssen gemeinsam betrachtet werden.
Quellen:
▪︎ Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Deep Fakes – Gefahren und Gegenmaßnahmen
▪︎ Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Aufklärung statt Desinformation und Deepfakes
▪︎ Europäische Kommission: Transparenzpflichten des AI Act für KI-generierte und manipulierte Inhalte