Wann kommt die Kernfusion?

Wann Kernfusion tatsächlich Strom für normale Haushalte und Unternehmen liefert, lässt sich derzeit nicht zuverlässig sagen. Technisch ist klar, dass Fusionsreaktionen funktionieren. Offen ist jedoch, wann daraus Kraftwerke entstehen, die dauerhaft, sicher und wirtschaftlich Strom erzeugen.

Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne miteinander und setzen dabei Energie frei. Das große Problem besteht darin, extrem heißes Plasma über längere Zeit stabil zu kontrollieren und zugleich Materialien, Brennstoffkreisläufe und Kraftwerkstechnik so zu entwickeln, dass ein komplettes System zuverlässig funktioniert.

Mehrere Staaten und Unternehmen verfolgen inzwischen ehrgeizige Zeitpläne. Das US-Energieministerium richtet seine aktuelle Strategie darauf aus, Fusions-Pilotanlagen und erste kommerzielle Anwendungen in den 2030er-Jahren zu ermöglichen. Das ist jedoch ein Ziel, keine gesicherte Prognose. Gleichzeitig müssen weiterhin wichtige technische Probleme bei Materialien, Brennstoffversorgung und Anlagenbau gelöst werden.

Auch Forschungsreaktoren wie ITER sollen zeigen, ob sich Fusionsplasmen unter kraftwerksnahen Bedingungen beherrschen lassen. ITER selbst wird allerdings kein kommerzielles Kraftwerk sein.

Realistisch ist deshalb: In den 2030er-Jahren könnten erste Pilotanlagen zeigen, ob Fusionsstrom technisch und wirtschaftlich praktikabel wird. Wann Kernfusion anschließend einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten kann, bleibt offen.


Quellen:
▪︎ U.S. Department of Energy: Fusion Science and Technology Roadmap
▪︎ U.S. Department of Energy: Energy Department Releases Finalized Fusion Science and Technology Roadmap
▪︎ ITER Organization: ITER Project and Fusion Energy