Ob Altern eines Tages „heilbar“ wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Altern ist keine einzelne Krankheit mit einer einzigen Ursache. Es entsteht durch viele miteinander verbundene Veränderungen in Zellen, Geweben und Organen. Dazu gehören unter anderem DNA-Schäden, chronische Entzündungen, Veränderungen des Stoffwechsels und sogenannte seneszente Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber weiterhin den Körper beeinflussen können.
Die Altersforschung versucht deshalb nicht nur, einzelne Alterskrankheiten zu behandeln. Ein Ziel der sogenannten Gerowissenschaft ist es, grundlegende Alterungsprozesse selbst zu beeinflussen. Untersucht werden beispielsweise Senolytika, die bestimmte gealterte Zellen beseitigen sollen, sowie Verfahren zur Zellreprogrammierung und andere Eingriffe in biologische Alterungsmechanismen.
Bei Tieren konnten einige solcher Ansätze bereits die Gesundheit im Alter verbessern oder die Lebensspanne verlängern. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sie beim Menschen ebenso funktionieren. Für Menschen fehlen bisher überzeugende klinische Belege dafür, dass eine Therapie den gesamten Alterungsprozess dauerhaft stoppen oder rückgängig machen kann.
Realistischer ist deshalb zunächst, Altern teilweise behandelbar zu machen: Menschen könnten länger gesund bleiben und altersbedingte Erkrankungen später entwickeln. Ob daraus irgendwann eine weitgehende Kontrolle des biologischen Alterns wird, ist offen.
Quellen:
▪︎ National Institute on Aging: Exploring How the Hallmarks of Aging Contribute To Dementia
▪︎ Nature Medicine: Anti-aging interventions need less hype and more clinical evidence
▪︎ npj Aging: Emerging strategies in senotherapeutics: from broad-spectrum senolysis to precision reprogramming