Wie schützen wir uns künftig vor Cyberangriffen?

Vollständig verhindern lassen sich Cyberangriffe auch künftig nicht. Schutz bedeutet deshalb vor allem, Angriffe schwieriger zu machen, sie früh zu erkennen und ihre Folgen zu begrenzen. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen und Behörden.

Viele wirksame Maßnahmen sind erstaunlich unspektakulär. Dazu gehören aktuelle Software, regelmäßige Sicherheitsupdates, starke und einzigartige Passwörter sowie Mehrfaktor-Authentisierung. Die europäische Cybersicherheitsagentur ENISA empfiehlt außerdem Passkeys oder andere phishingresistente Anmeldeverfahren, wo sie verfügbar sind. Regelmäßige und überprüfte Backups bleiben ebenfalls wichtig, besonders als Schutz vor den Folgen von Ransomware.

Gleichzeitig verändern sich die Angriffe. Phishing gehört weiterhin zu den wichtigsten Wegen, über die Täter Zugang zu Systemen erhalten. Deshalb reicht Technik allein nicht aus. Beschäftigte müssen verdächtige Nachrichten, gefälschte Anmeldeseiten und ungewöhnliche Aufforderungen erkennen können. Organisationen benötigen zudem klare Zuständigkeiten, Notfallpläne und regelmäßige Übungen, damit ein Sicherheitsvorfall nicht erst während des Angriffs organisatorisch erfunden werden muss.

Künstliche Intelligenz dürfte beide Seiten verändern. Angreifer können damit Täuschungsversuche leichter automatisieren und personalisieren, während Verteidiger große Datenmengen schneller auf verdächtige Muster untersuchen können.

Die Zukunft der Cybersicherheit besteht deshalb wahrscheinlich nicht aus einem perfekten Schutzschild. Entscheidend ist eine Kombination aus guter Technik, geschulten Menschen, sicheren Abläufen und der Fähigkeit, nach einem erfolgreichen Angriff schnell weiterarbeiten zu können.


Quellen:
▪︎ European Union Agency for Cybersecurity: Cyber Hygiene
▪︎ European Union Agency for Cybersecurity: ENISA Threat Landscape 2025
▪︎ European Union Agency for Cybersecurity: The ENISA Cybersecurity Exercise Methodology