Werden humanoide Roboter Alltag?

Humanoide Roboter könnten in den kommenden Jahren deutlich häufiger werden. Ob sie jedoch ähnlich selbstverständlich zum Alltag gehören werden wie Smartphones oder Autos, ist noch offen. Derzeit kommen sie vor allem für Aufgaben infrage, die körperlich anstrengend, gefährlich oder sehr wiederholbar sind. Erste Systeme werden bereits in Fabriken und Logistikzentren erprobt.

Der Vorteil der menschlichen Körperform liegt darin, dass unsere Umgebung bereits für Menschen gebaut ist. Ein Roboter mit Armen, Händen und Beinen kann theoretisch vorhandene Türen, Werkzeuge, Regale oder Treppen benutzen, ohne dass Gebäude vollständig umgebaut werden müssen. Genau das macht humanoide Systeme für Unternehmen interessant. Gleichzeitig sind sie technisch noch stark begrenzt. Selbst aktuelle Modelle haben Schwierigkeiten mit ungewohnten Situationen, feinmotorischen Aufgaben und zuverlässigem selbstständigem Arbeiten.

Auch die Kosten spielen eine wichtige Rolle. Die International Federation of Robotics sieht großes Potenzial, warnt aber davor, Vision und heutige Realität zu verwechseln. Wahrscheinlicher als ein schneller Einzug in Privathaushalte ist zunächst eine stärkere Verbreitung in Industrie, Lagerhaltung und bestimmten Dienstleistungsbereichen.

Ob humanoide Roboter später auch Wohnungen, Pflegeeinrichtungen oder Geschäfte prägen werden, hängt von Sicherheit, Zuverlässigkeit, Preis und gesellschaftlicher Akzeptanz ab. Alltag könnten sie also werden. Nur vermutlich zuerst am Arbeitsplatz und erst deutlich später im Wohnzimmer.


Quellen:
▪︎ International Federation of Robotics: Humanoid Robots – Vision and Reality
▪︎ IEEE Transmitter: Humanoid Robotics Surge, but Face Tech and Cost Barriers
▪︎ Reuters: China’s humanoid robots aren’t smart enough to take your job yet