Vollständig verschwinden werden in absehbarer Zeit wahrscheinlich nur wenige Berufe. Deutlich wahrscheinlicher ist, dass bestimmte Tätigkeiten automatisiert werden und dadurch in manchen Berufen wesentlich weniger Menschen gebraucht werden. Besonders betroffen sind Aufgaben, die sich wiederholen, klaren Regeln folgen und vollständig digital ausgeführt werden können.
Die Internationale Arbeitsorganisation ILO sieht vor allem Büro- und Verwaltungstätigkeiten als stark durch generative KI veränderbar. Dazu gehören beispielsweise Datenerfassung, Schreibarbeiten, Buchhaltung und bestimmte administrative Aufgaben. Gleichzeitig bedeutet eine hohe technische Automatisierbarkeit nicht automatisch, dass ein ganzer Beruf verschwindet. Häufig verändert sich vielmehr sein Aufgabenprofil.
Auch das World Economic Forum erwartet bis 2030 Beschäftigungsrückgänge unter anderem bei Datenerfassungskräften, Kassierern, Bankschaltern sowie klassischen Sekretariats- und Verwaltungsstellen. Solche Einschätzungen sind allerdings keine sicheren Vorhersagen. Neue Technik kann bestehende Tätigkeiten verdrängen, zugleich aber neue Aufgaben und Berufe entstehen lassen.
Entscheidend ist deshalb weniger, welcher Beruf komplett verschwindet. Wichtiger ist, welche einzelnen Tätigkeiten Maschinen übernehmen können. Berufe mit komplexen sozialen Situationen, Verantwortung, körperlicher Arbeit oder ständig wechselnden Anforderungen lassen sich bislang deutlich schwerer vollständig automatisieren.
Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A 2025 Update
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: New ILO brief explains what AI exposure indicators reveal about jobs
▪︎ World Economic Forum: The Future of Jobs Report 2025