Durch künstliche Intelligenz sind vor allem Berufe gefährdet, in denen viele Aufgaben digital, standardisiert und mit vorhandenen Informationen erledigt werden können. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Berufe zwangsläufig verschwinden. Häufig kann KI zunächst nur bestimmte Tätigkeiten übernehmen.
Besonders stark betroffen sind Büro- und Verwaltungsberufe. Die Internationale Arbeitsorganisation nennt unter anderem Datenerfassung, Schreibarbeiten, Buchhaltung und administrative Assistenz als Bereiche mit vergleichsweise hohem Automatisierungspotenzial. Mit leistungsfähigeren KI-Systemen steigt inzwischen auch die Betroffenheit qualifizierter Tätigkeiten, etwa bei Finanzanalysen, Programmierung, Webentwicklung sowie in Medien- und Kommunikationsberufen.
Dabei ist zwischen der Nutzung von KI und tatsächlicher Automatisierung zu unterscheiden. Auch Manager, IT-Fachkräfte oder Ingenieure können stark mit KI in Berührung kommen, ohne dass ihre Arbeitsplätze deshalb besonders leicht ersetzbar sind. Die OECD weist darauf hin, dass gerade viele hochqualifizierte Berufe stark gegenüber KI exponiert sind, obwohl sie zahlreiche Aufgaben enthalten, die menschliche Entscheidungen und Verantwortung erfordern.
Entscheidend ist deshalb weniger die Berufsbezeichnung als die Zusammensetzung der Aufgaben. Nach heutigem Forschungsstand dürfte KI sehr viele Arbeitsplätze verändern. Eine vollständige Verdrängung ganzer Berufsgruppen ist dagegen wesentlich schwieriger vorherzusagen.
Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure
▪︎ OECD: Skills in the AI age
▪︎ World Economic Forum: The Future of Jobs Report 2025