Vollständig anonym im Internet zu sein, ist im normalen Alltag kaum möglich. Schon beim Aufruf einer Webseite entstehen technische Informationen. Dazu gehören etwa die IP-Adresse, Angaben über Browser und Betriebssystem sowie weitere Merkmale, aus denen sich teilweise ein sogenannter Browser-Fingerabdruck bilden lässt. Damit können Geräte unter Umständen auch ohne klassische Cookies wiedererkannt werden.
Anonymität lässt sich jedoch deutlich erhöhen. Der Tor-Browser leitet den Datenverkehr über mehrere Stationen des Tor-Netzwerks und verbirgt dabei die ursprüngliche IP-Adresse gegenüber besuchten Webseiten. Zusätzlich versucht er, Unterschiede zwischen einzelnen Browsern zu verringern und damit Fingerprinting zu erschweren.
Auch Tor garantiert allerdings keine perfekte Anonymität. Wer sich beispielsweise bei einem persönlichen Benutzerkonto anmeldet oder Namen, Telefonnummer und andere identifizierende Daten eingibt, kann sich selbst wieder erkennbar machen. Das Tor Project weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass vollständige Anonymität nicht garantiert werden kann.
Der private oder Inkognito-Modus eines normalen Browsers reicht dafür ebenfalls nicht. Er löscht vor allem lokale Spuren einer Sitzung, versteckt aber weder automatisch die IP-Adresse noch verhindert er grundsätzlich Tracking im Internet.
Quellen:
▪︎ Tor Project: Über den Tor-Browser
▪︎ Tor Project: Bewährte Praktiken für den Tor-Browser
▪︎ Tor Project: Schutzmaßnahmen gegen Browser-Fingerprinting