Die Zukunft braucht einen Hausmeister

Die Zukunft der Arbeit ist endlich da. Sie liefert Burritos aus und bleibt gelegentlich am Bordstein hängen.

In Los Angeles fahren inzwischen rund 2.000 Lieferroboter von Serve Robotics durch die Gegend. Sie bringen Essen, rollen über Gehwege und sollen möglichst autonom erledigen, wofür früher Menschen auf Fahrrädern oder in Autos unterwegs waren. Ganz ohne Menschen klappt das allerdings noch nicht. Deshalb gibt es inzwischen sogenannte Robot Wrangler. Einer von ihnen ist Charlie Snodgrass. Früher lieferte er selbst Essen aus. Heute kümmert er sich um die Maschinen, die seinen alten Job machen.

Der Arbeitsalltag klingt dabei weniger nach Science-Fiction als nach technischem Hausmeisterdienst. Akkus laden, Sensoren reinigen, Software prüfen, umgekippte Roboter wieder aufstellen. Wenn ein Gerät in einem Schlagloch feststeckt, wird ein Mensch losgeschickt. Wenn eine Ampel nur auf Knopfdruck Grün gibt, scheitert die Maschine mangels Arm ebenfalls. Und wenn der Kunde nicht herauskommt, muss jemand ganz klassisch an der Tür klingeln.

Serve nennt diese Beschäftigten „Field Operations Associates“. Das klingt selbstverständlich etwas besser als „Mensch, den der Roboter braucht, weil er allein nicht zurechtkommt“. Nach Angaben des Unternehmens wächst der Personalbedarf sogar mit der Zahl der Maschinen. Ein Vertreter der Personalplattform Instawork formulierte es gegenüber der Los Angeles Times bemerkenswert eindeutig: Ohne Menschen ließen sich solche Systeme derzeit praktisch nicht ausrollen.

Das ist kein Argument gegen Automatisierung. Neue Technik hat schon immer Berufe verändert und neue geschaffen. Interessant ist nur, welche. Wer gestern noch selbst ausgeliefert hat, kann morgen eine Maschine betreuen, die ausliefert. Der Mensch verschwindet also nicht unbedingt aus dem Arbeitsprozess. Er wird nur vom Fahrer zum Babysitter der Maschine befördert.

Vielleicht ist das die eigentliche Zukunft der Arbeit: Die Maschine übernimmt deinen Job, und du bekommst dafür einen neuen zurück.

Nur dass du jetzt für die Maschine arbeitest.


Quellen:
▪︎ Los Angeles Times, „Delivery robots have his old job — and now they’ve created a new one“, 25. Februar 2026
▪︎ Serve Robotics, Unternehmensangaben zur Flottengröße und zu Field Operations Associates