In vielen Regionen ja. Wasser verschwindet zwar nicht von der Erde, aber ausreichend sauberes Süßwasser kann regional und zeitweise knapp werden. Entscheidend sind Niederschläge, Grundwasservorräte, Verbrauch, Verschmutzung und die vorhandene Infrastruktur. Der Klimawandel verschärft diese Unterschiede, weil Dürren häufiger oder länger auftreten können, während Starkregen vorhandenes Wasser nicht automatisch nutzbar macht.
Schon heute leben Menschen in Gebieten mit erheblichem Wasserstress. UNICEF weist darauf hin, dass nicht nur Trockenheit verantwortlich ist. Auch beschädigte Leitungsnetze, Verschmutzung, Konflikte und schlechtes Wassermanagement können dazu führen, dass Wasser nicht ausreichend verfügbar ist.
Besonders wichtig ist die Landwirtschaft. Sie verursacht weltweit mehr als 70 Prozent der Süßwasserentnahmen. Steigende Nachfrage nach Lebensmitteln kann den Druck auf Wasserressourcen deshalb zusätzlich erhöhen. Effizientere Bewässerung, angepasste Anbaumethoden und ein besseres Management von Grund- und Oberflächenwasser gehören zu den wichtigsten Gegenmaßnahmen.
Wasserknappheit bedeutet also nicht, dass überall irgendwann der Wasserhahn trocken bleibt. Manche Regionen verfügen weiterhin über große Reserven, andere werden stärker mit Nutzungskonflikten rechnen müssen. Auch innerhalb eines Landes kann sich die Lage deutlich unterscheiden.
Die zentrale Herausforderung der Zukunft besteht deshalb weniger darin, neues Wasser zu finden, sondern vorhandenes Süßwasser so zu schützen, zu verteilen und zu nutzen, dass es trotz Klimawandel und wachsender Nachfrage zuverlässig verfügbar bleibt.
Quellen:
▪︎ UNICEF: Water scarcity
▪︎ UNICEF: Water, sanitation and hygiene and climate change
▪︎ Food and Agriculture Organization of the United Nations: The State of the World’s Land and Water Resources for Food and Agriculture 2025