KI kann heute viele Übersetzungen schnell und erstaunlich brauchbar erstellen. Übersetzer vollständig ersetzen kann sie deshalb aber nicht. Besonders bei einfachen Gebrauchstexten, internen Mitteilungen oder Inhalten, bei denen vor allem der grobe Sinn wichtig ist, können automatische Systeme bereits einen großen Teil der Arbeit übernehmen. Die Europäische Kommission nutzt mit eTranslation selbst ein solches System und bezeichnet dessen Ergebnisse ausdrücklich als maschinelle Rohübersetzungen.
Schwieriger wird es, wenn Sprache mehr leisten muss als nur Informationen zu übertragen. Fachbegriffe, Mehrdeutigkeiten, Tonfall, kulturelle Anspielungen oder juristisch entscheidende Feinheiten verlangen häufig menschliche Kontrolle. Die EU-Kommission weist deshalb darauf hin, dass Qualität und Genauigkeit maschineller Übersetzungen je nach Text und Sprachpaar stark schwanken können. Für EU-Rechtsvorschriften sollen automatische Übersetzungen ausdrücklich nicht verwendet werden.
Auch die American Translators Association sieht KI vor allem als Werkzeug, das Arbeitsabläufe verändert und beschleunigt. Gerade dadurch bleibe sprachliche Fachkompetenz wichtig.
Der Beruf dürfte sich deshalb stärker verändern als verschwinden. Standardübersetzungen können zunehmend automatisiert werden. Bei anspruchsvollen, sensiblen oder haftungsrelevanten Texten bleiben Übersetzer für Prüfung, sprachliche Qualität, Kontext und Verantwortung wichtig.
Quellen:
▪︎ Europäische Kommission: eTranslation und maschinelle Übersetzung
▪︎ Europäische Kommission: Verwendung maschineller Übersetzungen auf Europa
▪︎ American Translators Association: Statement on Artificial Intelligence