Bilder und Videos können weiterhin glaubwürdige Belege sein. Blind vertrauen sollte man ihnen jedoch nicht mehr. Digitale Bearbeitung gibt es seit langem, doch generative KI hat es erheblich einfacher gemacht, täuschend echte Bilder, Stimmen und Videos herzustellen oder vorhandenes Material gezielt zu verändern.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass hochwertige Deepfakes inzwischen mit vergleichsweise wenig Aufwand erstellt werden können. Sichtbare Fehler wie unnatürliche Gesichtsränder, falsche Beleuchtung oder merkwürdige Bewegungen können Hinweise liefern. Sie sind aber kein zuverlässiger Test. Je besser die Technik wird, desto schwieriger wird die Erkennung mit bloßem Auge.
Deshalb wird der Zusammenhang immer wichtiger. Wer hat das Material veröffentlicht? Gibt es die Aufnahme auch bei seriösen Medien oder offiziellen Stellen? Passt sie zeitlich und örtlich zum behaupteten Ereignis? Bei wichtigen oder ungewöhnlichen Aufnahmen sollte möglichst eine zweite unabhängige Quelle hinzukommen.
Technische Herkunftsnachweise können ebenfalls helfen. Der C2PA-Standard für sogenannte Content Credentials ermöglicht es, Informationen über Herkunft und Bearbeitung digitaler Medien kryptografisch zu dokumentieren. Fehlen solche Angaben, beweist das allerdings noch keine Manipulation.
Die entscheidende Veränderung lautet deshalb: Sehen ist nicht mehr automatisch Glauben. Bilder und Videos müssen zunehmend wie andere Informationen geprüft und in ihren Zusammenhang eingeordnet werden.
Quellen:
▪︎ Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Deep Fakes – Gefahren und Gegenmaßnahmen
▪︎ Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Aufklärung statt Desinformation und Deepfakes
▪︎ Coalition for Content Provenance and Authenticity: Content Credentials und Medienherkunft