KI kann Lehrer bei vielen Aufgaben unterstützen, aber sie kann den Beruf derzeit nicht vollständig ersetzen. Systeme können Unterrichtsmaterial erstellen, Aufgaben an unterschiedliche Lernstände anpassen, Texte erklären, Übungsfragen erzeugen oder erste Rückmeldungen zu Schülerarbeiten geben. Auch Verwaltungsaufgaben und Unterrichtsvorbereitung lassen sich teilweise beschleunigen.
Unterrichten besteht jedoch aus deutlich mehr als Wissensvermittlung. Lehrer beobachten, ob Schüler etwas wirklich verstanden haben, reagieren auf Unsicherheit oder Konflikte, motivieren, setzen Grenzen und übernehmen Verantwortung für eine Lerngruppe. Gerade diese sozialen und pädagogischen Aufgaben lassen sich nur schwer automatisieren.
Die OECD beschreibt KI deshalb eher als Werkzeug, das die Rolle von Lehrkräften verändern kann. Gleichzeitig steigt der Weiterbildungsbedarf: In der TALIS-Erhebung 2024 gaben im OECD-Durchschnitt 29 Prozent der Lehrkräfte an, Fortbildungsbedarf beim Einsatz von KI zu haben.
Auch die Internationale Arbeitsorganisation erwartet bei den meisten Berufen eher eine Veränderung einzelner Tätigkeiten als deren vollständiges Verschwinden. Für Lehrer bedeutet das wahrscheinlich: weniger Zeit für manche Routinearbeiten, dafür mehr Verantwortung für Auswahl, Kontrolle und sinnvollen Einsatz digitaler Systeme.
Quellen:
▪︎ OECD: Results from TALIS 2024
▪︎ OECD: OECD Teaching Compass
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A 2025