KI kann Sachbearbeiter in vielen Fällen unterstützen und einzelne Aufgaben übernehmen. Dass sie den gesamten Beruf vollständig ersetzt, ist derzeit jedoch deutlich weniger wahrscheinlich.
Besonders gut automatisierbar sind standardisierte Tätigkeiten: Dokumente vorsortieren, Informationen aus Formularen herauslesen, Texte zusammenfassen, Antwortentwürfe erstellen, Daten vergleichen oder Routineanfragen bearbeiten. Genau deshalb gehören Büro-, Verwaltungs- und andere klassische Sachbearbeitungstätigkeiten laut Internationaler Arbeitsorganisation zu den Berufen mit besonders hoher KI-Exposition.
Ein Sachbearbeiter erledigt allerdings nicht nur Routine. Er bewertet Sonderfälle, prüft widersprüchliche Angaben, spricht mit Bürgern oder Kunden und trägt Verantwortung für Entscheidungen. Solche Aufgaben lassen sich wesentlich schwerer vollständig automatisieren. Die ILO betont deshalb, dass generative KI derzeit eher Tätigkeiten innerhalb eines Berufs verändert, als ganze Berufe überflüssig zu machen.
Wahrscheinlicher ist deshalb ein anderer Wandel: Der Sachbearbeiter bearbeitet künftig weniger Standardfälle selbst und kontrolliert häufiger Ergebnisse, die Software vorbereitet hat. Damit verschiebt sich die Arbeit vom Erfassen und Formulieren stärker zum Prüfen, Entscheiden und Eingreifen bei Ausnahmen.
Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI at work: What it means for jobs in Europe and beyond
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Gen AI, occupational segregation and gender equality in the world of work