Wie viel Social Media ist zu viel?

Eine allgemeingültige Zahl dafür, wie viel Social Media zu viel ist, gibt es nicht. Entscheidend ist nicht nur die tägliche Nutzungsdauer, sondern vor allem, ob soziale Medien Schlaf, Arbeit, Schule, Beziehungen oder andere wichtige Bereiche des Lebens beeinträchtigen.

Bei Jugendlichen gibt es allerdings Hinweise darauf, dass eine sehr intensive Nutzung mit höheren gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Der US Surgeon General verweist auf Studien, nach denen Jugendliche mit mehr als drei Stunden Social-Media-Nutzung täglich ein etwa doppelt so hohes Risiko für bestimmte psychische Probleme wie depressive oder ängstliche Symptome aufweisen. Daraus folgt jedoch nicht, dass drei Stunden automatisch eine feste Grenze zwischen harmloser und schädlicher Nutzung darstellen.

Die American Psychological Association empfiehlt deshalb, stärker auf das konkrete Nutzungsverhalten zu achten. Warnzeichen sind beispielsweise, wenn jemand länger online bleibt als beabsichtigt, trotz eigener Vorsätze nicht aufhören kann oder wenn Schlaf, Bewegung und persönliche Kontakte darunter leiden.

Auch die Art der Nutzung spielt eine Rolle. Ein längeres Gespräch mit Freunden kann anders wirken als stundenlanges passives Scrollen oder der dauernde Vergleich mit anderen Menschen. Die WHO spricht daher von problematischer Social-Media-Nutzung, wenn Kontrollverlust und negative Folgen im Alltag auftreten.

Zu viel ist Social Media also spätestens dann, wenn die Nutzung nicht mehr gut kontrollierbar ist und andere wichtige Lebensbereiche verdrängt.


Quellen:
▪︎ Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa: Jugendliche, Bildschirme und psychische Gesundheit
▪︎ American Psychological Association: Health Advisory on Social Media Use in Adolescence
▪︎ U.S. Surgeon General: Social Media and Youth Mental Health