Soziotechnische Systeme beschreiben Arbeitswelten, in denen Menschen und Technik nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Software, Maschinen, Regeln, Arbeitsabläufe und soziale Beziehungen beeinflussen sich gegenseitig. Der Ansatz entstand in den 1950er-Jahren am Tavistock Institute bei Untersuchungen zur Einführung neuer Technik im britischen Kohlebergbau.
Heute ist das Konzept besonders bei künstlicher Intelligenz wieder wichtig. Ein technisch leistungsfähiges KI-System verbessert eine Organisation nämlich nicht automatisch. Seine Einführung kann Zuständigkeiten verändern, Arbeitsabläufe verschieben und neue Fragen nach Vertrauen, Verantwortung oder Kontrolle schaffen. Aktuelle Forschung zur Nutzung generativer KI zeigt deshalb, dass erfolgreiche Einführung nicht allein von guter Technik abhängt. Ebenso wichtig sind klare Regeln, funktionierende Prozesse und die Einbindung der Beschäftigten.
Kurz gesagt: Technik funktioniert nie im luftleeren Raum. Wer nur das Werkzeug optimiert, kann trotzdem das gesamte Arbeitssystem verschlechtern.