Der technische Fortschritt hat offenbar eine neue Aufgabe gefunden. Nachdem Roboter bereits laufen, tanzen und Pakete transportieren können, dürfen sie jetzt auch vor einem Hähnchenimbiss kämpfen. In einer Kölner Einkaufsstraße lieferte sich der Berliner Gastronom und TikTok-Star Omar Nhas einen Schlagabtausch mit einem humanoiden Roboter. Die Maschine trug die rot-gelben Farben von Iron Man, der Gastronom nahm eine Kampfhaltung ein. Für einen Moment sah es so aus, als müsse die Zukunft der Menschheit zwischen Grillhähnchen und Pommes entschieden werden.
Der 32-jährige Gründer der Restaurantkette Nhas City Chicken veröffentlichte die Begegnung auf TikTok, wo ihm mehr als 330.000 Menschen folgen. Der Roboter führte wiederholt Sprungtritte aus, während sich Nhas überwiegend defensiv verhielt. Tatsächlichen Körperkontakt gab es nicht. Ob die Begegnung als Werbeaktion geplant war, ist bislang nicht bestätigt. Immerhin fand sie direkt vor seiner neuen Kölner Filiale statt. Ein bemerkenswert günstiger Zufall für jemanden, der sein Geschäft bereits erfolgreich über soziale Netzwerke vermarktet.
Das funktioniert offenbar hervorragend. Zur Eröffnung der Kölner Filiale im September standen Kunden teilweise mehrere Stunden für ein Hähnchengericht an. Der WDR berichtete von langen Warteschlangen und erheblichen Müllproblemen rund um das Geschäft. Nun kommt zur kulinarischen Attraktion auch noch ein kämpfender Roboter. Im modernen Marketing reicht es schließlich nicht mehr, dass das Essen schmeckt. Es sollte möglichst auch ein ungewöhnliches Video dazu geben.
Die Reaktionen im Netz schwanken zwischen Belustigung und Unbehagen. Während einige Zuschauer den Auftritt unterhaltsam finden, befürchten andere bereits eine Zukunft, in der Menschen gegen Maschinen kämpfen müssen. Dafür liefert das Video allerdings keinen ernsthaften Beleg. Ein Roboter, der vor Publikum Sprungtritte ausführt, ist noch keine selbstständig handelnde Kampfmaschine. Trotzdem wirft die Vorführung Fragen auf. Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten für solche Maschinen im öffentlichen Raum? Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Tritt tatsächlich jemanden trifft? Und wie viel technische Kompetenz lässt sich aus einem sorgfältig ausgewählten Social-Media-Video überhaupt ableiten?
Vor allem zeigt die Begegnung, wie schnell eine technische Entwicklung zur digitalen Attraktion wird. Über mögliche Risiken wird diskutiert, während die Aufmerksamkeit dem nächsten spektakulären Auftritt gehört. Der Roboter muss dafür nicht einmal jemanden treffen. Für erfolgreiche Werbung genügt es offenbar, wenn er daneben tritt.
Quellen:
▪︎ Berliner Zeitung, 5. Oktober 2026
▪︎ Westdeutscher Rundfunk, 25. September 2026
▪︎ Nhas City Chicken, Unternehmenswebsite