Die USA setzen vor Irans Küste drei Öltanker außer Gefecht. Putin empfängt US-Gesandte zu Gesprächen über den Ukrainekrieg. Die US-Staatsschulden übersteigen 40 Billionen Dollar. Der deutsche Schauspieler Michael Mendl stirbt mit 82 Jahren.
Man kann den Nachrichten derzeit nicht vorwerfen, sie würden sich um Abwechslung bemühen. Es gibt Krieg, Zerstörung, Schulden und Tod. Das bewährte Programm also, nur mit aktualisierten Schauplätzen und größeren Zahlen. Die im Ausgangsthema versammelten Meldungen passen erstaunlich gut in dieses Sortiment.
Die USA haben Anfang September drei iranische Öltanker angegriffen und nach eigenen Angaben zerstört beziehungsweise dauerhaft außer Gefecht gesetzt. Vorausgegangen waren iranische Raketenangriffe auf amerikanische Kriegsschiffe. Inzwischen ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus drastisch eingebrochen. Öl fährt trotzdem weiter, nur komplizierter, gefährlicher und teurer. Krieg besitzt schließlich die bemerkenswerte Fähigkeit, selbst Logistik in eine schlechte Nachricht zu verwandeln.
Währenddessen reisten die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner nach Moskau und wurden dort von Wladimir Putin empfangen. Anschließend ging es weiter nach Kyjiw. Es wird also gesprochen. Das klingt beruhigend, bis man sich daran erinnert, dass der Krieg trotzdem weitergeht und Russland gerade erneut mit verschärften Angriffen auf Kyjiw droht. Diplomatie und Bombardierung passen offenbar problemlos in denselben Terminkalender.
Für etwas Abwechslung sorgt die amerikanische Staatsverschuldung. Sie überschritt Anfang September 40 Billionen Dollar. Innerhalb eines Jahres kamen rund 2,67 Billionen hinzu. Zahlen dieser Größenordnung verlieren irgendwann ihre praktische Bedeutung und werden eher zu Landschaftsmerkmalen. Vierzig Billionen stehen dann eben herum wie ein Gebirge, von dem alle wissen, dass man irgendwann darüber muss.
Und dann stirbt Michael Mendl mit 82 Jahren. Mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen, Willy Brandt, Papst Johannes Paul II., „Der Untergang“, „Dark“. Ein einzelnes Leben endet, während die großen Apparate weiter Raketen verschießen, Schulden aufnehmen und Friedensgespräche organisieren.
Vielleicht war die Welt tatsächlich schon immer so. Das Beruhigende daran hält sich allerdings in Grenzen. Die Menschheit verfügt inzwischen nur über bessere Technik, größere Summen und deutlich schnellere Möglichkeiten, ihre alten Probleme zu verwalten.
Quellen:
▪︎ Reuters, 21. September 2026, Schiffsverkehr in der Straße von Hormus
▪︎ U.S. Joint Economic Committee, 8. September 2026, US-Staatsverschuldung
▪︎ Tagesschau, 5. September 2026, Tod von Michael Mendl