Das Internet der Zukunft dürfte schneller, stärker automatisiert und noch enger mit dem Alltag verbunden sein. Gleichzeitig wird es nicht durch eine einzelne neue Technik ersetzt. Wahrscheinlicher ist, dass sich die heutige Infrastruktur schrittweise weiterentwickelt.
Eine wichtige Rolle spielen leistungsfähigere Glasfasernetze, neue Mobilfunkgenerationen und Satellitenverbindungen. Die Internationale Fernmeldeunion ITU arbeitet bereits an technischen Konzepten für Netze ab 2030, die unter anderem für künstliche Intelligenz, Rechenzentren und kommende 6G-Systeme ausgelegt sein sollen. Terrestrische und satellitengestützte Netze könnten dabei zunehmend miteinander verbunden werden.
Auch künstliche Intelligenz wird das Internet verändern. Netze können stärker automatisch gesteuert werden, während Nutzer häufiger mit KI-Systemen statt direkt mit Webseiten oder Suchmaschinen interagieren. Digitale Assistenten könnten Informationen suchen, vergleichen oder Aufgaben selbstständig erledigen.
Gleichzeitig bleiben grundlegende Probleme bestehen. Weltweit sind noch immer Milliarden Menschen nicht online. Hinzu kommen Cyberangriffe, Desinformation, Datenschutz und die wachsende Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur.
Das Internet der Zukunft wird deshalb wahrscheinlich weniger wie eine völlig neue Erfindung aussehen. Es dürfte vielmehr unsichtbarer und selbstverständlicher werden: ständig verfügbar, in immer mehr Geräte eingebaut und zunehmend von Software und künstlicher Intelligenz gesteuert.
Quellen:
▪︎ Internationale Fernmeldeunion: WTPF-26: Which key questions will shape the digital future?
▪︎ Internationale Fernmeldeunion: ION-2030: Enabling the intelligent optical network era
▪︎ IEEE Standards Association: The Future of Connectivity: From Networks to Intelligent, Trusted Infrastructure