Wird das Metaverse noch kommen?

Wahrscheinlich ja, aber vermutlich anders als während des großen Hypes Anfang der 2020er-Jahre. Damals entstand oft der Eindruck, Menschen würden bald große Teile ihres Alltags in einer gemeinsamen virtuellen Welt verbringen. Davon ist die Technik weiterhin weit entfernt.

Meta investiert dennoch weiter in Virtual Reality und bezeichnet VR ausdrücklich als wichtigen Schritt zu einer künftigen Computerplattform. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Strategie angepasst. 2026 erklärte Meta, dass sich der VR-Markt langsamer entwickelt habe als erhofft. Die Plattform Horizon Worlds wird deshalb stärker auf mobile Nutzung ausgerichtet, während Quest als eigenständige VR-Plattform weiterentwickelt wird.

Parallel entstehen Anwendungen, die kaum noch wie das frühere Metaverse-Versprechen aussehen. Unternehmen nutzen digitale Zwillinge, Augmented Reality und räumliche Simulationen beispielsweise für Produktion, Wartung, Planung oder Schulungen. Das World Economic Forum beschreibt solche Entwicklungen als Grundlage eines industriellen Metaverse.

Auch neue AR-Brillen könnten virtuelle Inhalte stärker in den Alltag bringen. Snap richtet seine neuen Specs 2026 unter anderem auf Anwendungen in Fabriken, Handel und Außendienst aus.

Das Metaverse könnte also durchaus kommen, nur möglicherweise ohne großen Moment, an dem plötzlich „das Metaverse“ eröffnet wird. Wahrscheinlicher ist, dass einzelne Elemente schrittweise in Arbeit, Spiele, Kommunikation und Industrie einziehen.

Vielleicht verschwindet am Ende nur der große Begriff. Die Technik darunter entwickelt sich trotzdem weiter.


Quellen:
▪︎ Meta: Our Renewed Focus in 2026
▪︎ World Economic Forum: Exploring the Industrial Metaverse
▪︎ World Economic Forum: Technology Convergence Report 2026
▪︎ Reuters: Snap targets enterprises with Salesforce, Nvidia AI tools for Specs AR glasses