Wahrscheinlich wird sich die Menschheit künftig vielfältiger, pflanzenreicher und effizienter ernähren müssen. Der wichtigste Grund ist weniger eine einzelne neue Technologie als die Kombination aus wachsender Bevölkerung, Klimawandel, begrenzten Ressourcen und dem Ziel, Lebensmittel nachhaltiger zu produzieren.
Die FAO geht davon aus, dass bis 2050 fast zehn Milliarden Menschen ernährt werden müssen. Dafür reicht es nicht, einfach immer mehr Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. Produktivität, Wassernutzung, Lagerung und Verteilung von Lebensmitteln müssen verbessert und Verluste reduziert werden. Gleichzeitig dürfte eine stärker pflanzenbasierte Ernährung an Bedeutung gewinnen, weil die Erzeugung vieler tierischer Lebensmittel besonders viele Ressourcen beansprucht.
Daneben entstehen neue Proteinquellen. Pflanzliche Fleischalternativen sind bereits verbreitet, während Produkte aus Präzisionsfermentation oder kultivierten tierischen Zellen noch vergleichsweise jung sind. Das UN-Umweltprogramm sieht darin grundsätzlich Möglichkeiten, Umweltbelastungen der konventionellen Tierproduktion zu reduzieren. Ob solche Produkte weltweit eine große Rolle spielen werden, hängt jedoch von Kosten, Energiebedarf, Regulierung und Akzeptanz ab.
Die Ernährung der Zukunft wird deshalb wahrscheinlich nicht aus einer einzigen revolutionären „Weltraumnahrung“ bestehen. In vielen Regionen dürften weiterhin vertraute Lebensmittel dominieren, aber anders produziert und zusammengesetzt werden.
Entscheidend wird weniger sein, ob Menschen künftig Insekten, Laborfleisch oder Algen essen. Die größere Aufgabe besteht darin, ausreichend gesunde Nahrung herzustellen, ohne dabei Böden, Wasser, Klima und biologische Vielfalt weiter zu überlasten.
Quellen:
▪︎ Food and Agriculture Organization of the United Nations: Agrifood Systems – Our Approach
▪︎ Food and Agriculture Organization of the United Nations: The Future of Food and Agriculture – Alternative Pathways to 2050
▪︎ United Nations Environment Programme: What’s Cooking? An Assessment of Novel Alternatives to Conventional Animal Products