Ja. Eigene Autos werden sehr wahrscheinlich auch in Zukunft existieren. Allerdings könnte ihre Bedeutung vor allem in Städten abnehmen. Dort entstehen immer mehr Alternativen wie Carsharing, Ridepooling, öffentliche Verkehrsmittel und künftig möglicherweise autonome Fahrdienste.
Wie stark sich das verändert, hängt wesentlich davon ab, wo Menschen leben. In ländlichen Regionen ist das eigene Auto oft schwer zu ersetzen, weil Wege länger sind und Bus oder Bahn nicht überall ausreichend verfügbar sind. In dicht besiedelten Städten können dagegen verschiedene Verkehrsmittel leichter miteinander kombiniert werden. Die Europäische Kommission betrachtet öffentlichen Verkehr zusammen mit Angeboten geteilter Mobilität deshalb als wichtigen Bestandteil zukünftiger Stadtmobilität.
Studien zeigen zugleich, dass der Abschied vom eigenen Auto keineswegs sicher ist. Untersuchungen aus Deutschland fanden weiterhin eine deutliche Bindung an private Fahrzeuge. Selbst automatisiertes Fahren bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Menschen auf eigenen Autobesitz verzichten.
Wahrscheinlicher ist eine stärkere Mischung: eigene Fahrzeuge dort, wo sie praktisch bleiben, und mehr gemeinsam genutzte Angebote dort, wo diese günstiger oder bequemer sind. Wie schnell sich dieses Verhältnis verändert, hängt von Infrastruktur, Preisen, Wohnort, politischen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz neuer Angebote ab.
Quellen:
▪︎ Europäische Kommission: Urban public transport & shared mobility
▪︎ International Transport Forum/OECD: ITF work on Shared Mobility
▪︎ Fraunhofer FIT: Unintended effects of autonomous driving, 2018