Agent Washing bezeichnet die Vermarktung von Software als KI-Agent oder „agentische KI“, obwohl ihre tatsächlichen Fähigkeiten deutlich begrenzter sind. Dahinter können etwa herkömmliche Automatisierungen, Chatbots oder festgelegte Arbeitsabläufe stecken, die lediglich ein neues Etikett erhalten.
Problematisch ist, dass der Begriff „Agent“ technisch nicht einheitlich verwendet wird. Ein echter KI-Agent soll typischerweise eigenständig mehrere Schritte planen, Werkzeuge einsetzen, Ergebnisse prüfen und auf Veränderungen reagieren können. Wird dagegen ein weitgehend festgelegter Ablauf als autonomes System verkauft, kann beim Käufer ein falscher Eindruck über Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit entstehen.
Agent Washing ist deshalb mehr als eine sprachliche Modeerscheinung. Unternehmen können sich damit auch rechtliche und wirtschaftliche Risiken einhandeln, wenn sie gegenüber Kunden oder Investoren Fähigkeiten, Zuverlässigkeit oder geschäftlichen Nutzen ihrer Systeme übertreiben.