Welche Auswirkungen hat KI auf den Arbeitsmarkt?

Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt vor allem dadurch, dass sie einzelne Tätigkeiten automatisieren oder beschleunigen kann. Das bedeutet nicht automatisch, dass ganze Berufe verschwinden. Häufig verändert sich vielmehr, welche Aufgaben Menschen innerhalb eines Berufs übernehmen.

Besonders stark betroffen sind Tätigkeiten, die digital ausgeführt werden und sich gut standardisieren lassen. Die Internationale Arbeitsorganisation kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit etwa jeder vierte Arbeitsplatz in einem Beruf liegt, der in irgendeinem Maß durch generative KI beeinflusst werden könnte. Am stärksten betroffen sind Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Gleichzeitig steigt die Betroffenheit auch in qualifizierten Berufen wie Finanzanalyse, Programmierung oder Webentwicklung.

Entscheidend ist jedoch der Unterschied zwischen technischer Möglichkeit und tatsächlicher Automatisierung. Viele Berufe bestehen aus einer Mischung verschiedener Aufgaben. Während KI einzelne davon übernehmen kann, bleiben andere auf menschliche Erfahrung, Verantwortung, Kommunikation oder Entscheidungen angewiesen. Deshalb hält die ILO eine Veränderung von Arbeitsplätzen derzeit für wahrscheinlicher als deren vollständige Abschaffung.

Für Beschäftigte bedeutet das, dass sich Qualifikationsanforderungen verschieben können. Kenntnisse im Umgang mit KI gewinnen an Bedeutung, gleichzeitig bleiben fachliches Urteilsvermögen und soziale Fähigkeiten wichtig. Wie stark sich Beschäftigung insgesamt verändert, hängt auch davon ab, wie schnell Unternehmen KI tatsächlich einsetzen.


Quellen:
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A 2025 Update
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI and Jobs: A Refined Global Index of Occupational Exposure
▪︎ Internationale Arbeitsorganisation: Generative AI at work: What it means for jobs in Europe and beyond