Propellerhead Software Story

Propellerhead-Logo

Propellerhead Software wurde im Jahre 1994 von Ernst Nathorst-Böös, Marcus Zetterquist und Pelle Jubel gegründet. Beretis mit dem Produkt, der Loop Editing Software „Recycle“, brachten die 3 Schweden eine Technologie (REX) an den Start, die sich nicht nur im Breakbeat-Genre zu einem unverzichtbaren Werzeug mausern sollte …

Propellerhead-ReCycle-Tutorial

Mit ReCycle wurde es möglich, Audiomaterial in sogenannte Slices (Scheibchen) aufzuteilen, wodurch das Tempo des ursprünglichen Materials variiert werden konnte, ohne dass die Tonhöhe davon beeinflusst wurde.

Ernst Nathorst-Böös

Die Karriere von Ernst Nathorst-Böös begann in den frühen 1980er Jahren bei einem skandinavischen Vertrieb für Musikinstrumente, der Fitzpatrick Import-Group. Während dieser Zeit verkaufte Ernst Produkte der Roland Cooperation und befasste sich mit der Programmierung der TR-808 und TR-909. Später gründete er mit „Synchron“, ein Unternehmen, das auf Musik-Technologie-Dokumentationen spezialisiert war. Unter anderem wurde das Handbuch zu Steinberg‘s Cubase unter seiner Leitung verfasst.

Marcus Zetterquist

Marcus Zetterquist arbeitete in den späten 80er Jahren ebenfalls für Fitzpatrick. Seine Talent in Sachen Programmierung stellte er mit der Umsetzung des „Master Track Editors“ für Steinberg‘s Cubase unter Beweis. 

Nach der Arbeit bei Steinberg und Fitzpatrick, gründete Marcus seine eigene Firma Namens Zetterquist Software. Sitz der Firma war das Büro von Nathorst-Böös Unternehmen Synkron.

Es dauerte nicht lange, und die beiden taten sich zusammen. Allerdings nur, um ein papierloses Buch über MIDI zu verfassen. Das Werk trug den Titel „MIDI Xplained“ (ursprünglicher schwedischer Titel „Hyper Bok om MIDI“, 1991). Nebenbei war Marcus auch an der Entwicklung der „ddrum“ und dem Nord Lead Analog-Modeling-Synthesizer von Clavia beteiligt. Dort stieß er auf Peter „Pelle“ Jubel, der mit der Entwicklung der Engine für den Clavia Nord Lead befasst war.

Peter „Pelle“ Jubel

Peter verfügte über ein enormes Wissen in Sachen Signal Processing. Kein Wunder also, das gerade er eine tragende Rolle bei der Entwicklung von ReCycle spielen sollte.

Von der Gründung des Unternehmens Propellerhead Software bis heute, werden Jubel, Zetterquist und Nathorst-Boos tragende Rollen zugeschrieben.

Rebirth-Logo

Kurz nach der Veröffentlichung von ReCycle 1.6 im Sommer 1996, nahm eine weiteres Projekt, der Techno Micro Composer (Codename Tiny Techno) Gestalt an. Das Programm, das mit REX-Player, Effekten, Synthesizer und Sequenzerfunktionen ausgestattet war, kam im Wesentlichen als rudimentäre Version von Reason daher.

Im Zuge der Entwicklung machte sich Peter „Pelle“ Jubel daran, eine geliehene TB-303 zu analysieren, um die Schaltkreise auf digitalem Wege nachzubilden. Wenig später machte er sich an die Emulation einer Roland TR-808 Drum Machine. Das Unterfangen mündete in der graphischen Simulation der Instrumente, wobei Zetterquist das input-and-response system kodierte und – kurz gesagt – dafür sorgte, dass Mausklicks, Tasten und Knöpfe auch realistisch funktionieren.

Propellerhead-ReBirth-One

Bei der Namensfindung einigte man sich auf ReBirth-338, obwohl andere Begriffe wie „Transistor“ (in Bezug auf Transistor Bass), TB-303 , „Kiruna“ (Berbau Stadt in Nordschweden) oder „Redrum“ die Runde machten.

ReBirth entsprach in Anlehnung an ReCycle den selbst auferlegten Namenskonventionen. Die Auswahl der Nummer hingegen imitiert die Produktidentifikationen der Roland-Produkte. Die 33 stand in ReBirth für zwei (TB-)303s und die 8 für die (TR-)808.

Als Ernst Nathorst-Böös die Software 1997 auf einer Steinberg Pressekonferenz im Hilton Anaheim Hotel vorstellte, wurde er mit stehenden Ovationionen gefeiert, wovon er gerne erzählt:

„Steinberg held a press showing in a suite at the Hilton. They were showcasing a product that was in rough shape – Cubase for Silicon Graphics – and the mood could have been better. I went on stage and did a demo of ReBirth, and I still can’t believe the mood swing in the room. Suddenly, everyone was clapping and cheering, and at the end I even think there even were standing ovations. Man, I wish Marcus and Pelle had been there to witness it – due to the nature of software, developers seldom get firsthand credit.“

Der kommerzielle Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Schon die Alpha-Version wurde von Tausenden heruntergeladen. Vor allem von Roland-Mitarbeitern, die scheinbar ein großes Interesse daran hatten, wie ihre Hardware auf dem PC emuliert oder – etwas deutlicher ausgedrückt – kopiert wurde.

Nachdem Vertreter der Roland Corporation Kontakt mit den Propellerheads aufgenommen hatten, einigte man sich darauf, folgenden Hinweis auf der Verpackung zu vermerken:

“ReBirth RB-338 was inspired by the TR-808 and TB-303, originally created by Roland Corporation. Their unique sounds and visual images have been re-born through digital simulation by Propellerhead Software.”

In Version 2.0 von ReBirth, die zugleich das letzte Kapitel des virtuellen Instrumenten-Racks einleiten sollte, wurde mit der Integration einer TR-909 die Roland Trilogie (TB-303, TR-808 und TR-909) vervollständigt. Eine weitere Neuerung war die ReWire-Technologie, womit es möglich wurde, ReBirth als Plug-In in andere DAWs einzubinden.

ReBirth-338-cd-screenshot

Auf die Frage, ob ReBirth eine Wiedergeburt erfährt antwortete Ernst Nathorst-Böös:

„We think we serve the community better by concentrating the small development efforts we have on creating new exciting stuff than keeping what we feel is essentially a stale concept alive. ReBirth was a great achievement in its day and we’re very proud of it.“

Nachdem 2005 der Support für ReBirth eingestellt wurde, entschlossen sich die Propellerheads im April 2010 die Software in Form einer iOS-App für das iPad zu veröffentlichen. Informationen – wie auch die letzte Version von ReBirth – gibt es online im ReBirth-Museum, das von den Propellerheads autorisiert wurde.

Propellerhead-Reason-Logo

Ohne einen Blick zurück zu werfen, konzentrierte Propellerhead alle Ressourcen auf „Project X“, das im Jahre 2000 unter dem Namen Reason 1.0 das Licht der Welt erblicken sollte und den Bekanntheitsgrad der Firma sprunghaft ansteigen ließ. Mittlerweile hat sich die Software zum Flaggschiff der schwedischen Software-Schmiede entwickelt.

Propellerhead-Reason-3

Neben der Weiterentwicklung von Reason kreierten die Propellerköpfe eine äußerst innovate „music-making-App“ Namens Figure und legten mit dem Take Creative Vocal Recorder einen pfiffigen Recorder für iOS-Geräte nach.

Figure

Propellerhead-Figure-Handbuch-Tutorial-Header

Figure ist eine App, die das freie und automatisierte Abspielen bzw. Aufnehmen (Parameter Automation) von virtuellen Instrumeten über die Touch-Oberfläche eines iOS-Geräts in Echtzeit erlaubt. Und so funktioniert’s …

Take Creative Vocal Recorder

Propellerhead-Take-Vocal-Recorder-App

Die iOS App Take Creative Vocal Recorder (Version 2.0) ist eine iOS App, die mehrspurige Audio-Aufnahmen ermöglicht und für Gesangsaufnahmen optimiert wurde. Bis zu 3 Spuren können parallel betrieben werden. Mit BEAT kommt eine vierte Spur hinzu. Und so funktioniert’s … >>

Discover

Propellerhead-Discover-Homepage

Nebenbei schufen die Propellerheads mit Discover eine Plattform, die es Musikern ermöglicht, die mit Reason, Figure oder Take kreierten Werke mit anderen zu teilen und/ oder gemeinsam über das WWW daran zu arbeiten. Weitere Informationen >>

Informationen zu den aktuellen Entwicklungen, Updates, Rack-Extensions und interessante Neuigkeiten gibt’s auf der Seite von Propellerhead.

Quellen:
– http:propellerheads.se
– http://www.rebirthmuseum.com

Seite „ReBirth RB-338“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. September 2014, 23:18 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=ReBirth_RB-338&oldid=134160500 (Abgerufen: 31. März 2015, 09:44 UTC)

*Alle verwendeten Warenzeichen, einschließlich dem Bildmaterial sind Eigentum von Propellerhead Software

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