Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 3: Bass Sounds

Doepfer-Dark-Energy-II-Sounds-Bass

Wer ein wenig Zeit mit dem Dark Energie II zugebracht hat, wird bestimmt schon den ein oder anderen guten Sound gefunden haben. Richtig interessant wird es aber erst, wenn ein Klang, der im Kopf herumschwirrt, auch in die Realität umgesetzt werden kann. Das funktioniert mal besser und mal schlechter, schafft aber unterm Strich eine tiefe Vertrautheit mit dem Klangerzeuger.

Zu Beginn empfiehlt es sich, Klänge bzw. Instrumente nachzuempfinden, die dem Ohr vertraut sind, wie z.B. Flöte, Bass, Percussions usw. Bleibt die Frage nach dem WIE. Das lässt sich am Beispiel eines E-Bass sehr gut verdeutlichen, denn es braucht nur wenige Parameter, bis ein tiefes Knurren aus den Boxen dringt …

SHORT E-BASS

Doepfer-Dark-Energy-II-VCO-BassShort

Los geht‘s in der VCO Sektion mit der Auswahl der richtigen Oktave. In Sachen Bass fällt die Wahl unter „Octave“ natürlich auf „down“. Der Tune-Regler kann erst einmal auf Position 5 verbleiben, denn die Feinstimmung erfolgt zum Schluss.

Eine FM-Modulation wird nicht benötigt. Der Regler kann also auf Position 0 und der Kippschalter „Source“ auf „off“ bleiben.

Auch die Pulsweite soll an dieser Stelle erst einmal ignoriert werden. PW und PWM werden also auch auf 0 gedreht und der Kippschalter „Source“ im Bereich PWM auf „off“ eingerastet.

Nun arbeitet der Oszillator nur noch mit einer Sägezahnwelle, wobei für dieses Beispiel die invertierte Variante gewählt wurde.

Doepfer-Dark-Energy-II-VCF-BassShort

Um es einfach zu halten, wird in der VCF Sektion der „Frequ.-Regler“ auf 0 gestellt und der Tracking-Schalter in die Mittelstellung gebracht. XFM wird zwischen 1 und 2 im positiven Bereich positioniert.

Der XFM-Regler hat im Falle dieses Beipiels eine herausragende Rolle, denn bereits eine minimale Bewegung verändert den Sound beträchtlich. Hier entscheiden 2 bis 3 Millimeter darüber, ob ein E-Bass-Sound oder z..B. ein TB-303 ähnlicher Sound generiert wird.

Der Mode-Regler wie auch der Resonanzregler werden ganz nach links gedreht, sozusagen in die 0-Postion gebracht.

Weiter geht es mit in der VCA Sektion. Den Amp drehen wir zu, schalten den Source auf ADSR und stellen AM zwischen den Wert 8 und 9.

Lässt man die bisherigen Einstellungen Revue passieren, wird klar, dass die Sägezahnwelle aus dem VCO durch das XFM-Filter läuft. Als Quelle ist unter XFM und AM die Envelope Sektion (Source-Schalter auf ADSR) ausgewählt.

Doepfer-Dark-Energy-II-ADSR-Range-BassShort

Bevor die Parameter der Envelope Sektion festgelegt werden, wird die ADSR-Range auf „medium“ gestellt.

Doepfer-Dark-Energy-II-Envelope-Sektion-BassShort

In der Envelope Sektion wird unter Attack der Wert 1 für eine moderate Einschwingzeit gewählt, eine Abklingzeit (Decay) um den Wert 6 eingestellt, und Sustain wie Release auf den Wert 5 bebracht . Fertig!

Da nicht jedes Gerät gleich reagiert, sind die Abbildungen lediglich als Richtwert zu verstehen. Über kleine Nachbesserungen entscheidet an dieser Stelle das Gehör!

Das Preset zum Sound „BassShort“ auf einen Blick:

Doepfer-Dark-Energy-II-Vorlage-Bass

Der Weg zu einer Variante, die mehr nach einem mit Plektron gespielten Bass klingt, ist nicht weit. Dazu wird der Attack-Wert fast bis an den linken Anschlag gedreht, die Abklingzeit (Decay) ein wenig verkürzt – in diesem Beispiel bis auf 5 – und die Ausklingzeit (Release) auf einen Wert zwischen 4 und 5 gebracht.

Wer nun noch ein bisschen mehr Fülle haben will, kann den PW-Regler in der VCO Sektion auf 5 anheben. Zu der Sägezahnwelle wird sodann eine Pulsschwingung hinzu gemischt, was für mehr „Bauch“ sorgt. Das ist aber reine Geschmackssache und nicht zwingend notwendig.

Das Preset zum Sound „BassPickMute“auf einen Blick:

Doepfer-Dark-Energy-II-BassPickMute

Mehr in Richtung gestrichenen Kontrabass oder auch Tuba, geht es mit der nächsten Einstellung, die ich auf den Namen „UprightBow“ getauft habe. Da für einen solchen Sound eine wesentlich längere Abkling- sowie Ausklingzeit benötigt wird und nicht ganz so direkt anspricht, liegen die markantesten Veränderungen im Vergleich zum E-Bass in der Envelope Sektion bei Attack, Decay, Sustain und Release.

Das Preset zum Sound „UprightBow“ auf einen Blick:

Doepfer-Dark-Energy-II-Sounds-UprightBow

Zum Abschluss dieses Kapitels geht es um einen Sound im Stile der TB-303. Dazu wird einfach der XFM-Regler ein bisschen weiter aufgedreht (knapp über 2+), bis es etwas knarziger wird. Um den typischen Sound zu erreichen, wird der Resonanzregler recht weit aufgedreht. Die Abteilung ADSR kann sodann nach Belieben angepasst werden.

Das Preset zum Sound „Bass303“ auf einen Blick:

Doepfer-Dark-Energy-II-Sound-Bass303

Auch im nächsten Teil wird es um Sound-Design gehen. Bis dahin viel Spass mit der dunklen Energie!

Leseempfehlung:
– Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 1: Einführung
– Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 2: Bedienelemente

Produktfotos @ Doepfer Musikelektronik GmbH

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