Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 2: Bedienelemente

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Der Aufbau des Dark Energy II entspricht im Grunde einem „klassischen“ monophonen Synthesizer (Siehe Teil 1). Nur mit der Ausnahme, dass die Signalwege bereits im Gehäuse „verkabelt“ sind. Die wichtigsten Modulationswege können jedoch über die Kippschalter verändert, Steuerspannungen über zusätzliche Buchsen abgegriffen und externe Signale moduliert werden. An dieser Stelle ist auch gerne mal von „halbmodular“ die Rede. Dazu aber später mehr.

Jetzt gilt es erst einmal einen Plan davon zu bekommen, wie die einzelnen Bedienelemente auf das Signal wirken, um zielgerichtet in den Sound eingreifen zu können.

Der Signalfluss

Ein Blick auf den Signalfluss verdeutlicht, welche Wege das Signal nach der Eingabe über USB, Midi oder CV nimmt.

Dark-Energy-II-Signalfluss

Wie unschwer zu erkennen ist, nimmt die Tonformung im VCO ihren Anfang. Der Oszillator (VCO) erzeugt 2 Wellenformen: Rechteck (Puls) und Sägezahnwelle (normal und verzerrt). Zu guter Letzt wird die Summe aus Rechteck- und Sägezahnschwingung an den Eingang des Filters (VCF) übergeben.

VCO Sektion im Überblick

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-VCO

Tune – Der Regler für die richtige Stimmung

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Tune

Der Tune-Regler ist für die richtige Stimmung verantwortlich. Von der Mittelstellung ausgehend, geht es eine halbe Oktave auf- oder abwärts. Der Bereichsschalter „Octave“ dient dabei zum Umschalten der Oktavlage (-1 / 0 / +1).

FM – Frequenzmodulation der Tonhöhe

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-FM

Über die FM (Frequenzmodulation) wird bestimmt, mit welcher Intensität LFO oder Hüllkurve auf die Tonhöhe des VCO wirkt. Welche Modulationsquelle dabei aktiv sein soll, wird über den Kippschalter „Source“ festgelegt. Zur Auswahl stehen LFO1 oder ADSR (Hüllkurve). In der Mittelstellung (Off), ist der FM-Regler ohne Funktion.

PW / PWM – Modulation des Rechtecksignals

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Rechtecksignal

Die Modulation des Rechtecksignals findet über die Regler PW und PWM statt. Mit PW wird dabei die Pulsbreite festgelegt. Über PWM kann die Pulsbreite über die Quellen LFO2 oder ADSR (Envelope-Sektion) modeliert werden. Die Auswahl der Quelle erfolgt über den Source Schalter neben PWM.

Doepfer-Dark-Energy-II-Workshop-Pulse

Um das Rechtecksignal auszuschalten, wird der PW-Regler entweder ganz nach links oder ganz nach rechts gedreht und der Regler für die Pulsweitenmodulation (PWM) ganz auf 0 gestellt. Damit ist nur noch eine der beiden Sägezahnwellen hörbar.

Shape – Sägezahnwelle

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Shape

Die Sägezahnwelle kann über den Kippschalter „Shape“ von „normal“ auf „invertiert“ (verzerrt) umgeschaltet werden. In der Mittelstellung ist die Erzeugung der Sägezahnwelle deaktiviert.

Die VCF Sektion im Überblick

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-VCF

In der VCF-Sektion (12 dB Multimode) liegt das vom VCO produzierte Audiosignal an. Hier findet die eigentliche Klangformung statt. Das funktioniert durch Beschneiden der Frequenzen, was eine Veränderung der Obertonzusammensetzung, also des Klanges, zur Folge hat.

Frequ. – Der Frequenzregler

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Frequenzregler

Über den manuellen Frequenzregler „Frequ.“ wird die Cutoff- bzw. Mittelfrequenz des Filters variiert. Einfach ausgedrückt wird bestimmt, wann das Filter geöffnet oder geschlossen wird. Bei Tief- und Hochpass wird die Breite des Durchlasses, in Sachen Bandpass und Notch, die Position bestimmt. Die Filtertypen Hoch-, Tiefpass bis Notch sind über den Regler Mode wählbar.

Mit dem Tracking-Schalter (Track) wird festgelegt, wie stark die Cutoff-Frequenz des Filters (Frequ.) von der gespielten Tonhöhe abhängen soll. Bei Reglerposition „Full“ klingen hohe Töne heller und tiefe hingegen dumpfer, bei „half“ halbiert sich dieser Effekt.

XFM – Modulationstiefe

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-XFM-Modulationstiefe

XFM ist für die Modulationstiefe (+ positiv, – negativ) verantwortlich. Ist der Regler in der Mittelstellung, findet keine Modulation statt. Die Quelle für die Modulation wird über den XFM Source-Schalter festgelegt.

!!! „Frequ.“- und „XFM-Regler“ beeinflussen sich gegenseitig. Meint: Je weiter Frequ.-Regler dem linken (0) oder rechten (10) Anschlag nähert, um so mehr verringert sich der Modulationsumfang des XFM-Reglers. Zur Auswahl stehen LFO2 oder ADSR (Envelope-Sektion).

Mode – Filtertypen

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Mode-Regler

Mit dem Mode-Regler ist ein stufenloser Wechsel zwischen verschiedenen Filtertypen möglich. Am linken Anschlag entspricht die Charakteristik einem Kerbfilter (Notch), gefolgt von einem 12 dB Hochpassfilter bis hin zur Bandpasscharakteristik.

Res – Resonanzintensität

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Resonanz

Mit dem Resonanzregler namens „Res“ kann die Resonanzintensität des Filters beeinflusst werden. Der Effekt steht in direkter Abhängigkeit zur Cutoff-Frequenz und Filtertyp, was aber unschwer hörbar ist. Wissenswert an dieser Stelle ist, dass das Filter bei hoher Resonanz in Schwingung gerät und somit als Sinusoszillator eingesetzt werden kann. Gemeinsam mit der Envelope-Sektion sind damit typische Synthesizer-Percussions möglich.

Die VCA Sektion im Überblick

Dark-Energy-II-Bedienelemente-VCA

Unter Amp verbirgt sich ein manueller Amplitudenregler. Wird dieser aufgedreht, erklingt ein Dauerton, der weder über ADSR noch mit LFO1 bearbeitet werden kann.

AM regelt, wie stark die aktiven Modulationsquellen (LFO1/ADSR/off) auf die Lautstärke des Ausgangssignals wirken. Die Modulationsquellen werden über den Source-Schalter eingestellt.

LFO1 und LFO2

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-LFO

Die beiden identisch aufgebauten LFOs verfügen über jeweils einen manuellen Frequenzregler, einen Kurvenwellenformschalter (Shape) mit der Auswahl Dreieck, Aus und Rechteck sowie einen Bereichsschalter (Range), um die Periodendauer von „low“ bis „medium“ zu regulieren. Die Kontrollleuchten geben über Blinken und verschiedene Farben über den positiven wie negativen Signalanteil Auskunft.

Die Envelope-Sektion

Doepfer-Dark-Energy-II-Bedienelemente-Envelope-ADSR

Unter Envelope findet sich der Hüllkurvengenerator (ADSR), der einfach zu jedem Synthesizer gehört. Regelbar ist Attack (Einschwingzeit), Decay (Abklingzeit), Sustain (… wie lange der Ton gehalten wird) und Release (Ausklingzeit). Die blaue LED gibt Auskunft über die Aktivität der Envelope-Sektion.

ADSR Range

Doepfer-Dark-Energy-II-ADSR-Range

Nicht zu vergessen der Kippschalter ADSR-Range, der sich zwischen den Sektionen VCF und VCA befindet. Mit diesem Schalter lässt sich der Arbeitsbereich zwischen „long“, „short“ und „medium“ umschalten.

Die Übung macht‘s …

Wer sich während des Lesens mit dem Dark Energy II befasst, wird schnell verstehen, wie die einzelnen Bedienelemente ineinander greifen. Dabei ist „Ineinandergreifen“ durchaus wörtlich gemeint, denn die Funktionen beeinflussen sich gegenseitig. Das sollte man auf der (strukturierten) Suche nach guten Sounds nie vergessen.

In der nächsten Ausgabe geht es weniger um Theorie, sondern um Sound-Design. Da kann aus dem Dark Energy II schon einmal ein E-Bass oder eine TB-303 werden. Das Thema Ein- und Ausgänge wird in einem der kommen Workshops behandelt werden …

– Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 1: Einführung
– Doepfer Dark Energy II für Einsteiger – Teil 3: Bass Sounds

Produktfotos @ Doepfer Musikelektronik GmbH

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